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Northeimer Neonazis schließen sich auf Facebook zusammen

„Natives Northeim“ Northeimer Neonazis schließen sich auf Facebook zusammen

Die Neo-Naziszene in Northeim hat sich unter dem Namen „Natives Northeim“ neu formiert. „Mut, Stärke, Ehre und Treue. Alte Werte und Traditionen, auch in der heutigen Zeit verteidigen“, heißt es auf der Facebook-Seite.

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Quelle: Settnik dpa/lbn (Symbolbild)

Northeim. „Wir haben diese Gemeinschaft gegründet, um alte Werte und Traditionen am Leben zu erhalten. Um in dieser dunklen Zeit ein Lichtblick für aufrichtige Menschen zu sein. Sie zu beschützen und zu ermutigen. Wir kämpfen gemeinsam gegen den fortschreitenden Zerfall unserer Region.“ Über einem Bild eines deutschen Ordensritters steht: „Unsere Stadt braucht wieder ehrenhafte Männer, die den Schmutz aus den Straßen kehren.“ Als neuesten Beitrag auf der Facebookseite, die knapp 130 Personen gefällt, hat Natives Northeim ein Video des NPD-Funktionärs und ehemaligen Northeimers Thorsten Heise gepostet.

 
„Die Kollegen sind sehr entspannt“

 
Die Basisdemokratische Linke Göttingen (BL) vermutet hinter der Seite einen direkten Nachfolger der AG Rhumetal, einer Nachfolgeorganisation der Kameradschaft Northeim, der einst auch Heise angehörte. So seien die personellen Überschneidungen bei Gefällt-Mir-Angaben auf Facebook für beide Seiten „entsprechend zahlreich“, sagte eine BL-Sprecherin.

 
Für die Polizei in Northeim ist die Gründung dieser neuen Gruppe kein Grund zur Besorgnis. „Die Kollegen sind sehr entspannt“, sagte Polizeisprecher Jürgen Horst. Die Personen, die sich unter „Natives Northeim“ zusammengeschlossen hätten, seien allgemein bekannt und viele stünden seit langem unter Beobachtung. So wisse die Polizei, wo sie sich aufhielten und etwa dass ein Großteil von ihnen am vergangenen Wochenende am Eichsfeldtag der NPD in Leinefelde teilgenommen haben. Viele, etwa Pascal Z., Maurice B., Gianluca B. oder Fabian Z., seien auch aus der bereits aus der AG Rhumetal bekannt, sagte Horst.

 
Horst Wessel und „Heldengedenken“

 
Über die AG heißt es im aktuellen niedersächsischen Verfassungsschutzbericht: „Angehörige der zur Neonaziszene Südniedersachsen zählenden AG Rhumetal aus der Region Northeim berichten in sozialen Netzwerken über die von ihnen durchgeführten Gedenkveranstaltungen, unter anderem aus Anlass des Geburtstages von Horst Wessel am 9. Oktober 2014 und des zum Heldengedenken verklärten Volkstrauertages am 16. November 2014.“

 
Für die Sprecherin der BL steht fest: „Egal unter welchem Namen: Nazistrukturen in Northeim wie auch sonstwo gehören aufgedeckt und bekämpft.“ Gegen „Northeimer Zustände“ müsse vorgegangen werden, viel zu oft würden Nazis im Raum Northeim von der Zivilgesellschaft toleriert. mib

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