Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Northeimer wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht

Zweimal zugestochen Northeimer wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht

Weil er in zwei Fällen Bekannte während handgreiflicher Auseinandersetzungen mit jeweils einem Stich mit dem Taschenmesser in den Brustbereich verletzt hat, steht seit Freitag ein 34 Jahre alter Arbeitsloser aus Northeim vor Gericht.

Voriger Artikel
Göttinger Bahnhof saniert und weiter in Bewegung
Nächster Artikel
Göttinger Klinikum will 300 neue Stellplätze schaffen
Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen/Northeim. Dem drogenabhängigen früheren Arbeiter wird neben gefährlicher Körperverletzung auch Bedrohung und Nötigung in sechs Fällen vorgeworfen.

Am ersten Verhandlungstag des Landgerichts Göttingen legte der Angeklagte ein Geständnis ab, schilderte die Taten allerdings anders als angeklagt und jeweils als eine Art Notwehr. Warum es zu Tätlichkeiten gekommen ist, kann er nicht erklären. Es habe „Ärger gegeben“, schildert er mehrfach, weil er mit den Betroffenen „Ärger und so Blabla gehabt“ habe. Mit „Blabla“, so Richterin Astrid Brandes-Krug, könne sie nichts anfangen. Warum habe er denn zugestochen. Seine Antwort: „Das kam einfach so. Ich stand immer unter Drogen.“

Ausgangspunkt, das wurde erst nach mehreren Zeugenaussagen deutlich, war wohl eine junge Frau, die den Angeklagten interessierte. Einen Bekannten habe er gebeten, Erkundigungen über diese einzuholen. Ehe der Bekannte, das spätere Opfer, antworten konnte, sei er schon via Facebook vom Angeklagten übel beschimpft und bedroht worden. Am Tattag, dem 13. Dezember vorigen Jahres, traf man sich am Rande des Northeimer Weihnachtsmarktes zufällig.

„Jeder andere wäre kaputt gewesen"

Ehe man habe reden können, sagt das Opfer aus, habe er schon einen Faustschlag ins Gesicht erhalten. Er habe sich „gewehrt, natürlich“. Er wundere sich noch heute, warum er zusammen mit seinem Cousin den Angeklagten nicht habe bändigen können: „Jeder andere wäre kaputt gewesen, so habe ich zugeschlagen – also – mich gewehrt.“

Der 34-Jährige habe dann plötzlich ein Messer in der Hand gehabt, damit herumgefuchtelt und ihn unterhalb der Achselhöhle getroffen. Der Angeklagte stellt das anders dar. Das Opfer sei erst in einen Gemüseladen geflohen, habe dort mit der Kasse nach ihm geworfen, und dann erst habe er zugestochen.

Zehn Tage später hatte es einen weiteren Messerangriff gegeben, als der Vater eines vom Angeklagten bedrohten Mannes den 34-Jährigen zur Rede stellte und dieser gleich zustach. Dessen Begründung: „Ich wollte ihn nur loswerden.“ Der Prozess wird fortgesetzt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Tanzende Schneeflocken im "Kauf Park"