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Nur Corpsgeist?

Kommentar Nur Corpsgeist?

Dies ist keine Urteilsschelte. Man kann es als Richter so sehen, das Landgericht wird es vielleicht anders beurteilen.

Ob Polizisten subjektiv etwas anderes interpretieren und zu Protokoll geben dürfen als ein Film objektiv zeigt, hören wir in nächster Instanz neu. Besorgniserregend ist etwas anderes: Dass die Bilder noch so klar sein können, ohne dass von Polizisten und Vorgesetzten ein Fehlverhalten ihrerseits eingestanden wird.

Die Verteidiger haben pflichtgemäß bis zum Schluss von einem Stoß gesprochen, wo ein Antippen zu sehen ist. Das ist ihr Job. Dass aber ausgerechnet der Zugführer, heute Leiter einer Verfügungseinheit, trotz Eindeutigkeit der Bilder noch immer von einem rechtswidrigen Handeln des Journalisten sprach, macht betroffen. Diese Aussage war hoffentlich nur Corpsgeist.

Sollte es ernst gemeint sein, muss jeder Zeuge eines unverhältnismäßigen Polizeieinsatzes künftig die Augen schließen, um selbst nicht vor Gericht zu landen. Denn respektvoller als mit Handauflegen kann man niemanden, der sein Gewaltmonopol missbraucht, zur Mäßigung ermahnen.

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Widersprüche bei Zeugen

Das Amtsgericht hat drei Polizisten aus Hannover vom Vorwurf der falschen Verdächtigung freigesprochen. Sie hatten nach einer Demonstration am 13. Mai 2006 in Göttingen einen Journalisten des Widerstandes gegen sie bezichtigt und damit ein Strafverfahren ausgelöst.

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