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Oberbürgermeister Wolfgang Meyer zur MPI-Erweiterung

Tageblatt-Interview Oberbürgermeister Wolfgang Meyer zur MPI-Erweiterung

Für eine mögliche Erweiterung des Geländes der Max-Planck-Institute am Fassberg will die Stadt Göttingen den Flächennutzungsplan ändern. Im Tageblatt-Gespräch mit Michael Brakemeier hat Göttingens Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) die Pläne aus Sicht der Stadt dargestellt.

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Wolfgang Meyer

Tageblatt: In Nikolausberg ist Kritik laut geworden an der geplanten Ausweisung einer 2,5 Hektar großen Teilfläche zwischen Am Fassberg / Ulrideshuser Straße und jetziger Institutsbebauung als Erweiterungsfläche der Max-Planck-Gesellschaft für den Campus am Fassberg. Warum beschäftigt sich die Verwaltung überhaupt mit dem Thema?
Wolfgang Meyer: Wir tun, was unsere Pflicht ist, nämlich Vorsorge zu treffen. Wir wollen auch mit Blick auf den harten Wettbewerb zwischen den Wissenschaftsstandorten einer der bedeutendsten wissenschaftlichen Einrichtungen und einem der größten Arbeitgeber am Ort rechtzeitig ausreichende Entwicklungsperspektiven in Göttingen ermöglichen. Im Rahmen des bestehenden Bebauungsplans sind alle Bebauungsmöglichkeiten ausgeschöpft. Deshalb müssen wir für die Zukunft planen, auch wenn mir zur Zeit keine aktuelle Anfragen der Max-Planck-Gesellschaft oder ihrer Institute vorliegen. Die haben meine Initiative gleichwohl begrüßt.

Warum muss es denn eine neue Fläche sein? Gibt es keine Kapazitäten am jetzigen Standort?
Die Hanglage macht eine Nutzung der Flächen unterhalb der Institute nur sehr eingeschränkt möglich. Eine Ausweitung nach Nordosten kommt ebenfalls nicht mehr in Frage. Dort sind Forschungsbereiche ansässig, die völlig erschütterungsfrei arbeiten müssen. Das schließt Bautätigkeit aus, weil Baustellenverkehr auf der jetzigen Erschließungsstraße nicht mehr in Frage kommt. Wichtige Voraussetzung für die innere Kommunikation unter den Institutsgebäuden und auch für einen reibungslosen Bauablauf ist also eine Fläche mit geringerer Hanglage, die von verschiedenen Standorten des jetzigen Geländes gut zu erreichen ist. Wenn man diese Voraussetzungen kennt, ist man schnell bei unserem Vorschlag, den die Max-Planck- Institute (MPI) ebenfalls favorisieren.

Warum muss es denn gleich eine 2,5 Hektar große Fläche sein? Gibt es nicht auch Alternativen im Bereich des Nordcampus der Universität?
Die endgültige Größe der Erweiterungsfläche wird von der Entwicklung des Standorts abhängen. Ich will für Göttingen eine langfristige Entwicklungsmöglichkeit der exzellenten Max-Planck-Institute mit ihren Forschungsschwerpunkten. Allen in Göttingen muss klar sein: Neue Abteilungen, neue Institute werden von der Max-Planck-Gesellschaft nur dort gebaut und eingerichtet, wo gewinnbringende Zusammenarbeit möglich ist. Deshalb zieht beispielsweise das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung von Lindau zu uns nach Göttingen auf den Nordcampus neben die Physik der Universität. Für die Max-Planck-Institute am Fassberg gibt es aber keinen alternativen Erweiterungsstandort in der Stadt. Deshalb betreiben wir Vorratsplanung. Wir müssen bei einer Nachfrage sofort und jederzeit handlungsfähig sein und deshalb jetzt die planungsrechtlichen Voraussetzungen schaffen. Dazu zählt etwa die Herausnahme des Gebietes aus dem Landschaftsschutz.

Wie geht es nun weiter?
Im Nikolausberger Ortsrat wird unser Vorschlag am Donnerstag, 19. August, ausführlich beraten, im Ausschuss für Planung, Bauen und Grundstücks am gleichen Tag erstmalig vorgestellt. Ich hoffe, wir finden am Ende eine Lösung, die den elementaren Interessen unserer gesamten Stadt Rechnung trägt, die in Nikolausberg akzeptiert wird und vor allem den künftigen Flächenbedarf der Max-Planck-Gesellschaft abdeckt.

Eine Informationsveranstaltung zum Thema MPI-Erweiterung beginnt Mittwochabend, 11. August, um 20 Uhr im Gemeindehaus, Augustinerstraße 17 in Nikolausberg. Vertreter von Stadt und Max-Planck-Gesellschaft stellen die Pläne vor.

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Die Position des Göttinger Oberbürgermeisters Wolfgang Meyer (SPD) zu einer möglichen Erweiterung des Geländes der Max-Planck-Institute (MPI) am Fassberg (Tageblatt berichtete) steht fest. „Wir brauchen diese Erweiterung, davon lasse ich mich nicht abbringen“, sagte Meyer am Mittwoch, 11. August, vor rund 80 Bürgern bei einer Info-Veranstaltung der Nikolausberger CDU und FDP.

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