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Offener Heiligabend in der Stadthalle bringt Göttinger zusammen

Liebens- und lebenswert Offener Heiligabend in der Stadthalle bringt Göttinger zusammen

Trotz der anfänglichen Scheu der fremden Kinder bringt sie der junge Mann am Basteltisch schnell zum Lachen. Er kommt aus dem offenen Jugendvollzug in Rosdorf und ist einer von rund 100 Helfern beim offenen Heiligabend der Tageblatt-Weihnachtshilfe „Keiner soll einsam sein“. Die Weihnachtsfeier für alle, die sich am Heiligen Abend Gesellschaft wünschen, zog in diesem Jahr besonders viele Göttinger in die Stadthalle.

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Darum geht‘s: gute Gespräche zwischen Menschen, die sich sonst niemals kennengelernt hätten.

Quelle: Heller

Göttingen. „Dieser Abend macht Mut, er macht unsere Stadt liebens- und lebenswerter“, sagte Bürgermeister Wilhelm Gerhardy (CDU) bei der Begrüßung. Pastor Thomas Harms erinnerte während seiner Weihnachtsandacht an die christliche Botschaft der Nächstenliebe und appellierte an seine Mitmenschen, Flüchtlinge mit offenen Armen zu empfangen.

Wichtige Worte, aber dennoch haben Reden für kleine Kinder an Heiligabend sicherlich nicht die höchste Priorität. Damit ihnen nicht langweilig wurde, haben zwei junge Männer aus dem offenen Jugendvollzug mit den Kleinen gemalt und gebastelt. „Ich bin vor einem Monat selbst Vater geworden“, erzählt einer von ihnen. Mädchen oder Junge? „Mädchen“, sagt er, gefolgt von einem seligen Grinsen.

Der Mann hofft, spätestens im kommenden Oktober wieder zu seiner jungen Familie stoßen zu können. Eine Ausbildungsstelle hat er so gut wie in der Tasche. Er ist an diesem Abend einer von sieben Häftlingen, die die Aktion unterstützen. Seit etlichen Jahren helfen Häftlinge in der Küche beim Abwasch oder setzen sich an anderen Stellen dafür ein, dass beim Ablauf und der Bewirtung von mehreren hundert Menschen alles glatt geht.

„Die Stimmung hier, ehrlich, das ist was total Besonderes“

Obwohl die Veranstaltung eine lange Tradition hat, ist sie in jedem Jahr auch ein bisschen anders. Ein Beispiel dafür war sicherlich der spontane Chor aus Göttinger Persönlichkeiten, der sich neben Klaus Fabers Flügel auf der Bühne sammelte. Zum Gedenken an den kürzlich verstorbenen Udo Jürgens sangen sie „Ich war noch niemals in New York“ – bei mitreißender Unterstützung aus dem randvollen Saal.

Auch Jörg hat aus voller Kehle mitgesungen. Er ist bereits seit zehn Jahren Gast in der Stadthalle. „Die Stimmung hier, ehrlich, das ist was total Besonderes. Hier treffen sich Leute, die sich jahrelang nicht gesehen haben.“

Das freute natürlich auch den Organisator der Weihnachtshilfe, Wolfgang Stoffel. „An diesem Abend war noch mehr los als sonst, dennoch ist alles wunderbar gelaufen“, so Stoffel. Dies habe vor allem an den freiwilligen Helfern gelegen. „Ich denke, die Helfer hatten heute den Eindruck, etwas Besonderes gemacht zu haben.“

Dazu zählte Stoffel auch den Koch der Göttinger Waldorfschule, Martin Greve, dessen Rindergulasch mit Reis und Rotkohl den Gästen hervorragend geschmeckt hat. Der Caterer Goldkorn steuerte dazu die Getränke bei. Etwas Besonderes tun – das wäre ohne die zahllosen Unterstützer nicht möglich gewesen.

Tageblatt-Weihnachtshilfe: Offener Heiligabend in der Stadthalle bringt Göttinger zusammen. © Heller

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Von Jonas Rohde

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