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Onkel aus Osterode und Göttinger Neffe auf Drogentour

Verhandlung Onkel aus Osterode und Göttinger Neffe auf Drogentour

Wegen Drogenhandels im großen Stil müssen sich seit Mittwoch ein 50 Jahre alter Osteroder und sein 41 Jahre alter Neffe aus Göttingen vor dem Landgericht verantworten. Sie gaben zu, bei zwei Fahrten nach Rotterdam Heroin für insgesamt 16500 Euro gekauft zu haben.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen. Die mehr als 13000 Konsumeinheiten will der Onkel im Südharz an verschiedene Drogensüchtige oder Kleindealer weiterverkauft haben. Seinen kleineren Anteil will der Neffe ausschließlich selbst verbraucht haben.

Beide Angeklagten sind der Justiz bekannt. Der Ältere ist dreifach vorbestraft wegen Körperverletzung, als Mitglied einer Bande von Dieseldieben sowie schon einmal als Heroindealer. Der Jüngere versuchte sich als Autoknacker und wurde 2005 wegen Beihilfe bei Drogengeschäften des Onkels verurteilt.

Die Gerichtserfahrung war es wohl auch - der 50-Jährige saß immerhin vier Jahre als Dealer ab - , die beide im Sommer vergangenen Jahres veranlasste, in Rotterdam zwar das Geschäft anzubahnen, die Ware aber nicht selbst über die Grenze zu bringen. Einfuhr würde deutlich höher bestraft. Erst in Düsseldorf übernahmen die aus Kasachstan stammenden Männer im September einmal 250 Gramm, im Januar 2015 weitere 300 Gramm. Kaufpreis: 30 Euro je Gramm. Den Stoff verlängerte der Ältere mit Coffein und Paracetamol, verpackte ihn in kleine Einheiten und bunkerte ihn in der Mittelkonsole seines Autos, „um immer was griffbereit zu haben, wenn ein Kunde was will“, gestand er ohne Umschweife. 70 Euro je Gramm nahm er dafür. Vor Gericht nannte er auch die Namen von drei Kunden.

Schon sofort nach der Festnahme am 25. Januar, als er mit 300 Gramm Heroin und wenigen Gramm Kokain erwischt wurde, hatte er rückhaltlos gestanden. Das Kokain habe er selber verbrauchen wollen, „ein Geschenk“ von „Cicco“, seinem Kontaktmann.

Auch wenn die Verwandten, weil sie als Dealer polizeibekannt sind, mit dem Grenzübertritt vorsichtig waren, so machte der 50-Jährige dennoch einen Fehler, der ihm mehrere Jahre zusätzliche Haft einbringen könnte. Er trug bei dem Drogengeschäft ein Klappmesser in der Tasche. Drogenhandel mit Waffe wird ungleich härter bestraft. Deshalb betonte der Angeklagte, das Messer nur benutzt zu haben, um den Sicherungskasten in der Konsole seines Autos öffnen zu können, in dem er die Drogen versteckt habe. Nur deshalb habe er das Messer in der Tasche gehabt.

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