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Online-Shop "pszocker.de" ein Werk von Abzockern

Zwei Berliner erbeuten 214000 Euro Online-Shop "pszocker.de" ein Werk von Abzockern

Der Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung der Internetkriminalität ist ein erneuter Schlag gegen Betreiber so genannter Fake-Shops gelungen. Zwei 25 Jahre alte Beliner sind überführt, mit immer wieder neuen Shops und nie gelieferter Ware 214 000 Euro erbeutet zu haben.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Das ist bereits das zweite erfolgreich abgeschlossene große Ermittlungsverfahren gegen Fake-Shop-Betreiber, das in Göttingen zusammen mit der zentralen Kriminalinspektion der Polizeidirektion betrieben wurde. In mühevoller Kleinarbeit haben sich Ermittler über Monate durch die Seiten der Anbieter von Elektronik aller Art gewühlt, um an die echten Namen der Betreiber der immer wieder neu aufgelegten Betrüger-Shops zu gelangen. "Wir haben trotz großen Einsatzes der beteiligten Beamten lange zusehen müssen, wie fast jeden Monat neue Shops ebenso rasch eröffneten wie wieder geschlossen und Kunden dadurch geschädigt wurden", sagt Oberstaatsanwalt  Frank-Michael Laue.

Diesmal hatten die beiden Beschuldigten seit Ende 2012 verschiedene Onlineshops im Internet betrieben, in denen Kaffeeautomaten, Elektroartikel aller Art, Spielekonsolen, Smartphones und sogar Motorroller angeboten wurden. Die Preise waren laut Staatsanwaltschaft "konkurrenzlos günstig". In aller Regel erfuhren die Kunden erst nach Aufgabe der Bestellung, dass sie für den Kauf in Vorleistung treten sollten. Mindestens 663 Überweisungen gingen bei den vielen verschiedenen Shops daraufhin ein, nicht selten über mehrere hundert Euro. Ware kam nie.

Bei dem in den Jahren 2012 und 2013 aufgeklärten Fall solcher Shops waren im Dezember 2013 drei Täter zu beträchtlichen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Aber offenbar waren nicht alle Hintermänner überführt worden. Die jetzt erwischten 25-Jährigen stellten nach den heutigen Erkenntnissen bis April 2015 mindestens 26 weitere Onlineshops ins Netz. Ware geliefert wurde in keinem einzigen Fall. Der Gesamtschaden addiert sich nach jetzigem Kenntnisstand auf 214000 Euro.

Einige zehntausend Euro konnten im Zuge der Ermittlungen immerhin sichergestellt werden. Aus diesem Geld könnten Ansprüche Geschädigter befriedigt werden. Allerdings sind die Ermittler nicht sicher, ob alle Taten auch angezeigt wurden. Deshalb hat die Kriminalpolizei eine eigene Internetseite bei der Polizeidirektion Göttingen unter www.pd-goe.polizei-nds.de ins Netz gestellt. In den Bereichen  Kriminalität/Deliktsbereiche/Internetkriminalität findet sich eine Liste aller 26 bekannten Fake-Shops, darunter so smarte Namen wie pszocker.de oder knallpatronen.de. Wer bei einem dieser Shops etwas bestellt hat, wurde mit Sicherheit betrogen und kann noch Anzeige erstatten.

Die beiden 25-Jährigen sind inzwischen geständig. Sie waren auf Anordnung des Amtsgerichts Göttingen in Untersuchungshaft, befinden sich aktuell aber wieder auf freiem Fuß, weil die Beweiserhebung abgeschlossen ist.

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