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Erfolgreicher Band die Musik geklaut

Wegen Betrugs verurteilter Geldanleger Erfolgreicher Band die Musik geklaut

Nach dem Tageblatt-Bericht über den betrügerischen Finanzdienstleister Peter S. sind von Lesern zahlreiche Hinweise auf aktuelle und frühere Aktivitäten des 47-Jährigen eingegangen. Das reicht von Zivilklagen bis zu rassistischen Facebook-Kommentaren S.s. Kuriosester Rechtsstreit: S. hat einer Band Musik geklaut.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Die Schlagzeile des Handelsblattes ("Ein Gaukler will an die Börse") basiere auf Lügen eines Künstlers, den er rausgeschmissen habe, sagte Peter S. vor zwei Wochen dem Tageblatt. Jetzt räche sich der Musiker. Gemeint ist wohl der Geschäftsführer der Band "Polished", einer der nach den "Guano Apes" wohl erfolgreichsten Göttinger Gruppen. Die "Polished"-Musiker sind auf S. nicht gut zu sprechen. Der hat versucht, mit ihrer Musik unberechtig Geld zu machen.

Dem Tageblatt liegt ein Urteil vor. Darin wird S. als Geschäftsführer seiner früheren Musik-GmbH verurteilt, mehrere Tausend Euro an "Polished" zu zahlen, weil er unter Verstoß gegen das Urheberrecht Musik der Band als Album zusammengestellt und im Internet als Download oder Stream verkauft hatte. "Polished" war damals, 2008 bis 2010, recht bekannt geworden, weil ihre Musik vom Bezahlsender Premiere (heute: Sky) bei allen TV-Sendungen zur Bundesliga, zu DFB-Pokal und Champions League gespielt wurde und die Göttinger darauf in der RTL-2-Show "The Dome" auftraten. Den Erfolg wollte offenbar der Ex-Manager heimlich nutzen. Mit der Veröffentlichung nahm er den Musikern zugleich die Chance, selbst ein Album mit den zwölf Kompositionen einzuspielen - das gab es ja vermeintlich schon im Netz. Rechtsanwalt Alexander Schneehain klagte darauf für die Band wegen Urheberrechtsverletzung und erhielt überwiegend Recht. Immerhin: Streitwert 50.000 Euro.

Auch sonst scheint es S., gegen den die Staatsanwaltschaft erneut in zwei Betrugs- und Urheberrechts-Fällen ermittelt, mit Rechten anderer und der Wahrheit nicht so genau zu nehmen. Ein früherer Praktikant klagte beim Tageblatt, S. habe ihm nur ein Drittel des Mindestlohnes bezahlt. Behauptete Zweigniederlassungen seiner Firma in München, Hamburg und Mallorca hätten sich als Chimären erwiesen. Ehemalige Anleger, die Geld verloren, berichteten, dass auch sie nur wegen unbewiesener Behauptungen bei S. Geld angelegt hätten. Selbst über die aktuelle Tageblatt-Berichterstattung behauptet S. die Unwahrheit: Einem Geschäftspartner schrieb er, die Zeitung habe es "nicht einmal für nötig gehalten", ihn "zu fragen". Dabei gab es drei Telefonate und ein Treffen mit S. sowie weitere zwei Telefongespräche mit seiner Anwältin. Auch an seiner Ankündigung, das Handelsblatt "fertig zu machen", ist nichts dran: Eine Unterlassungserklärung hat das Blatt abgelehnt. Beim Tageblatt gab es diesen Versuch erst gar nicht. Alles Berichtete ist hier wie dort belegt.

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Staatsanwaltschaft Göttingen ermittelt erneut gegen Peter S.

Die Darstellung der renommierten Wirtschaftszeitung ist vernichtend: Der Göttinger Vermögensberater Peter S. sei ein Blender und Betrüger, er täusche Anlegern Erfolge vor und sei nur ein „Gaukler“ und Musterbeispiel für einen Vertreter des unseriösen grauen Kapitalmarkts.

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