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Oppermann sagt Güntersern Hilfe bei Hells Angels und Neonazis zu

Bürgerfest geplant Oppermann sagt Güntersern Hilfe bei Hells Angels und Neonazis zu

Der Göttinger Bundestagsabgeordnete und SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann hat den Güntersern Unterstützung gegen die Umtriebe von Hells Angels und Neonazis im Dorf zugesagt. Oppermann war gemeinsam mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Ronald Schminke zu einem Treffen mit 60 Einwohnern in den Ort gekommen.

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Im Gespräch mit Günterser Bürgern: Thomas Oppermann (l) und Ronald Schminke wollen sich für den Ort einsetzen.

Quelle: Theodoro da Silva

Güntersen. Das „Geschäftsmodell“ von Hells Angels und Neonazis beruhe auf Einschüchterung, sagte Oppermann. Dem dürfe man nicht nachgeben.

Die Hells Angels, die bislang zu vier bundesweiten Treffen in Güntersen zusammengekommen sind, seien kein friedlicher Rockerclub, betonte er. Mitglieder seien in Delikte wie Körperverletzung, Schutzgeld-Erpressung oder illegale Prostitution verstrickt.

Die Schwierigkeit sei jedoch, der Organisation als ganzes oder den regionalen Zusammenschlüssen, den sogenannten Chartern, organisierte Kriminalität nachzuweisen. Die Hells Angels stünden aber unter Beobachtungsdruck durch die Polizei.

„Wir gucken genau, was hier passiert“

Oppermann sicherte zu, noch einmal mit dem Göttinger Polizeipräsidenten Robert Kruse über die Situation zu sprechen: „Wir gucken genau, was hier passiert“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende und fügte hinzu: „Wir wollen Sie hier nicht alleine lassen.“

Es sei gut, dass der Ort versuche, sich seinen Dorffrieden wiederzuholen. Mit der zusätzlichen Ankündigung von Neonazis, in dem Dorf einzumarschieren, sei eine „irre Gemengelage“ entstanden, so Oppermann. Güntersen sei „ein freies Dorf und muss es in Zukunft auch bleiben“.

Schminke verwies darauf, dass die Polizei nach ersten kritischen Gesprächen eine härtere Gangart an den Tag gelegt habe.  Er erwarte in Zukunft noch schärfere Kontrollen, so Schminke.

„Wir müssen zusammenstehen“

In den Äußerungen der Günterser kamen viele Ängste zum Ausdruck. Doch es wurde auch sehr konstruktiv überlegt, wie der Widerstand organisiert werden kann, über Telefonketten und eine Nadelstich-Politik. Schminke sagte, ein wenig ziviler Ungehorsam könne nicht schaden. Oppermann riet aber dazu, nicht die direkte Konfrontation zu suchen.

Es war auch der Wille spürbar, dass die gesamte Gemeinde Adelebsen und nicht nur der Ort Güntersen sich wehren will. „Das Renommee unserer Gemeinde steht auf dem Spiel. Wir müssen zusammenstehen“, sagte Erbsens Ortsbürgermeisterin Margrit Wolter (SPD).

Für den 28. Februar, den Tag des angekündigten Neonazi-Aufmarsches in Güntersen, plant der Ort bereits als Gegenmaßnahme ein Frühlingsfest, wie Ortsbürgermeister Norbert Hasselmann (Grüne) bestätigt. Für das Fest sagte Oppermann seine Teilnahme zu, auch andere hochrangige Politiker wollen kommen.

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