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Organspende-Skandal: Braunschweig zuständig

Ermittlungen konzentriert Organspende-Skandal: Braunschweig zuständig

Die Ermittlungen gegen zwei hochrangige Ärzte der Universtätsmedizin Göttingen wegen Verdachts der Bestechlichkeit beziehungsweise wegen möglicher Tötungsdelikte im Zusammenhang mit Unregelmäßigkeiten bei Organtransplantationen laufen weiter. Sie wurden allerdings konzentriert.

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Die Staatsanwaltschaft Braunschweig übernimmt die Ermittlungen zum Göttinger Organspendeskandal.

Quelle: dpa

Göttingen / Braunschweig. Nun ist allein die Staatsanwaltschaft Braunschweig zuständig, die bereits die Ermittlungen wegen Bestechung und Bestechlichkeit führte. Weil nicht auszuschließen ist, dass wegen mutmaßlicher Manipulationen an Patientendaten, die zu einer Veränderung auf der Warteliste bei Lebertransplantationen führten, andere Patienten zu Schaden kamen und gar wegen Manipulation in der Reihenfolge der Zuteilung von Spenderorganen gestorben sind, hatte die Staatsanwaltschaft Göttingen auch ein Ermittlungsverfahren wegen eventueller Tötungsdelikte aufgenommen. Auch dieses führt Braunschweig weiter.

Tatverdächtig sind nach Auskunft von Serena Stamer von der Braunschweiger Behörde weiterhin der 45 Jahre alte Oberarzt Aiman O. sowie dessen 60 Jahre alter Abteilungsdirektor, der Gastroenterologe Giuliano R. Der Jüngere hatte schon zu Jahresbeginn einen Auflösungsvertrag angenommen, der Abteilungsdirektor ist vom Dienst beurlaubt. Ein Ermittlungsverfahren gegen einen dritten Arzt, der anonym beschuldigt worden war, wurde nach kurzer Prüfung eingestellt. Derzeit, so Stamer, gebe es keine Hinweise auf mögliche weitere Beteiligte oder auf mögliche weitere Straftaten. Zurzeit würden zahlreiche Zeugen aus dem medizinischen Bereich des Klinikums vernommen.

Ein Ermittlungsvefahren wegen des Verdachts, dass es bereits Mitte der 90er-Jahre Unregelmäßigkeiten mit italienischen Patienten gegeben habe, sei nicht eingeleitet worden. Es habe damals noch keine klare Regel für die Organvergabe an ausländische Patienten gegeben.

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