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Orientierungsphase in Göttingen

Besser als ihr Ruf Orientierungsphase in Göttingen

Kennenlernen, das Studium organisieren und natürlich Party machen: Es ist wieder Orientierungsphase, kurz O-Phase, in Göttingen. Nachdem die meisten Fakultäten ihre Neuankömmlinge vergangene Woche begrüßt haben, sind diese Woche die Wirtschaftswissenschaftler dran — alleine an ihrer Fakultät gibt es mehr als 1000 neue Studierende.

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Viel Orangensaft, wenig Alkohol: Selbst bei den Trinkspielen tritt die Orientierungsphase auf die Bremse.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Nun hat die O-Phase in Göttingen traditionell nicht den besten Ruf. Von ständigen Saufgelagen ist die Rede, im Jahr 2012 schaffte es die Göttinger O-Phase sogar in die überregionale Berichterstattung:

18 Studierende landeten mit Alkoholvergiftung in der Notaufnahme. Das hatte sich die Leitung der altehrwürdigen Georgia Augusta wohl anders vorgestellt. Spätestens seitdem kommt vielen Göttingern das Bild von marodierenden Studierendenhorden, die betrunken durch die Fußgängerzone torkeln, in den Sinn, wenn sie an die Orientierungsphase denken – ein Klischee?

Zunächst einmal sollte die O-Phase als Ganzes betrachtet werden, findet Michael Khan und berichtet von den vielen Informationsveranstaltungen, die ebenfalls angeboten werden. Khan ist O-Phasen-Tutor bei den Wirtschaftswissenschaftlern und kümmert sich gemeinsam mit etwa 60 anderen um die Neuankömmlinge.

Zum Beispiel bei der Stadtrallye am Dienstag, bei der die neuen Studierenden an sieben Stationen mal mehr, mal weniger schwierige Aufgaben in Gruppen zu bewältigen haben. So muss an einer Stelle ein „Ausbilder“ in Bundeswehruniform mit Kreativität und Körpereinsatz überzeugt werden.

Kennenlernen, das Studium organisieren und natürlich Party machen: Es ist wieder Orientierungsphase, kurz O-Phase, in Göttingen. © Hinzmann

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An anderer Stelle muss schnellstens ein Eimer, der zumindest größtenteils Orangensaft enthält, geleert werden. „Klar trinkt man hier auch mal ein Bier“, sagt Khan. „Aber Schnapsleichen findet man hier nicht.“

Womit er offenbar auch Recht hat, es ist merklich ruhiger geworden um die O-Phase. Zumindest was die Skandale angeht. Im Wortsinne ruhig ist es allerdings nun wirklich nicht. Die Gruppen haben eigene Lieder und Schlachtrufe gedichtet und tragen diese auch lautstark vor. Stören dürften sie aber kaum jemanden, sind sie doch meistens auf dem Wall unterwegs.

In den vergangenen Jahren hatten die Wirtschaftswissenschaftler sogar eine Hotline geschaltet, bei der sich Anwohner über zu laute Erstsemester beschweren konnten. Diese wurde in diesem Wintersemester aber abgeschaltet, weil es zuletzt offenbar keinen Bedarf gegeben hatte. Die Orientierungsphase ist mittlerweile anscheinend besser als ihr Ruf und von den Exzessen früherer Tage weit entfernt.

Von Benjamin Köster

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