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Ortsheimatpfleger diskutieren über Auswanderung und Naturschutz

Tagung mit neuer Kreisheimatpflegerin Ortsheimatpfleger diskutieren über Auswanderung und Naturschutz

Etwa 60 Heimatpfleger aus dem gesamten Landkreis sind jetzt zu ihrer Frühjahrstagung zusammengekommen. Angela Sohnrey aus Hann. Münden, stellte sich als neue Kreisheimatpflegerin vor.

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Neue Kreisheimatpflegerin: Angela Sohnrey aus Hann. Münden.

Bernshausen. Kreissozialdezernent Marcel Riethig (SPD), in dessen Ressort die Heimatpflege fällt, machte in seiner Begrüßung den gesellschaftlichen Wandel zum Thema und schlug einen Bogen zur Geschichte der Dörfer, die mit dem demografischen Wandel konfrontiert sind.

„Wir sind Teil der Veränderung“, meinte Riethig und leitete damit über zur Aufgabe der Heimatpflege, die diese Veränderungen begleitet und dafür sorgt, dass Vergangenes nicht vergessen wird. Dass man sich in Bernshausen auf geschichtsträchtigem Boden befindet, machte Wolfgang Buss deutlich, der die Grüße des Samtgemeindebürgermeisters Arne Behre überbrachte: „Radolfshausen heißt unsere Gemeinde nach einem untergegangenen Amt, von dem lediglich der Name geblieben ist.“ Eigentlicher Gastgeber der Tagung aber war Bernd Siebert.

Der Ortsheimatpfleger von Bernshausen stellte in seinem Vortrag die Geschichte zweier Bernshäuser vor, die bereits 1736 ihr Glück in der Fremde gesucht hatten: Die Brüder Hans Henrich und David Trümper verdingten sich in Holland  bei der Niederländisch Ostindischen Handelsgesellschaft als Soldaten. Anhand von Soldlisten und Schiffsdokumenten konnte Siebert die Geschichte der beiden nachzeichnen, die schließlich in Übersee starben. Mehrere Jahre lang recherchierte er immer wieder in Archiven, ließ Dokumente übersetzen und fügte wie ein Kriminalist ein Puzzleteil ans nächste. Die Heimat verlassen – ein Thema, das anschließend zur Diskussion anregte.

Um die Entwicklung des Naturschutzes an Hahle und Aue in den vergangenen 40 Jahren ging es im Gastvortrag von Hermann Schütte von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises. Anhand von Karten und Abbildungen zeigte er, welche Flächen zum Beispiel vom Kreis gekauft oder gepachtet worden sind, um sie dem Naturschutz zu  überlassen. Auch die Flurbereinigung, die bereits in den 70-er Jahren des 20. Jahrhunderts begonnen hatte, spielte dabei eine Rolle: „Dabei legte man Flächen zusammen.

Am Seeburger See hatte das negative Folgen für die Erosion.“ So habe man nicht auf den Verlauf der Felder geachtet. Parallel zum See hätte die Erosion vermindert werden können und damit auch der Eintrag von Stoffen in den See. Am Rande der Tagung stellte der Göttinger Geschichtsverein mit einem Büchertisch sein neues Antiquariat vor, das auf ortsgeschichtliche Sachliteratur spezialisiert ist.

Von Birgit Freudenthal

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