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Ortsschild-Klau jetzt auch in Ludolfshausen

Fans in Verdacht Ortsschild-Klau jetzt auch in Ludolfshausen

Petrus hat seine Fans, die sich am Ortsschild von „Himmelsthür“ vergreifen. Die Berliner Krawallband „Atzen“ hat ihre Fans, die in Atzenhausen bereits vier-, fünfmal das Ortseingangsschild gestohlen haben. Und jetzt haben auch die „vier Brüder auf’m Schrottplatz“ ihre diebischen Freunde. Auch in Ludolfshausen ist mindestens dreimal das Ortsschild weggekommen.

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Im Visier von Fans der Ludolfs? Das Ortsschild von Ludolfshausen ist schon mindestens dreimal gestohlen worden.

Quelle: Hinzmann

„Das kann doch nur mit diesen Ludolfs aus dem Fernsehen zu tun haben“, sagt Ortsvorsteher Dirk Schwabe.

Wie oft Schrottplatz-Fans in dem kleinen Friedländer Örtchen tatsächlich zuschlugen, ist indes unklar. Dreimal, glaubt Schwabe. Mindestens zweimal, meint die Ortsbürgermeisterin aus dem Nachbarort, Annette Wollenweber. Nur einmal, kann Dieter Heise von der Straßenmeisterei bestätigen. Vielleicht wurde eines der demontierten Schilder auch wiedergefunden. Er finde jedenfalls nur die Rechnung einer Nachbestellung – immerhin über 300 Euro. Aber am liebsten wäre es ihm, es würde darüber gar nichts in der Zeitung stehen, um Nachahmer nicht erst auf den Geschmack zu bringen.

Doch so einfach ist das auch gar nicht mehr, bedrohte Ortsschilder wie das aus Ludolfshausen zu stehlen. Mit doppelten Laschen verschraubt, zusätzlich verschweißt und mit schweren Betonfundamenten an den Rahmenfüßen sind die neuen Schilder gesichert. Und die Anwohner bewachen ihr Namensschild ohnehin argwöhnischer denn je.

Dass es ausgerechnet Ludolfshausen trifft, liegt an der Doku-Soap „Die Ludolfs“ aus dem Fernsehsender D-Max. Aus dem, was Jahre zuvor das Regionalprogramm des SWR zum 700. Dorfjubiläum des Örtchens Dernbach im Landkreis Neuwied im Westerwald machte, entwickelten die D-Max-Filmer eine Kultserie. Im Mittelpunkt drei dicke und ein nicht ganz so fülliger Bruder. Das Quartett haust auf einem Schrottplatz und gebietet über rund zwei Millionen alter Autoteile, die sich in riesigen Haufen in den Hallen der Autoverwertung türmen. Wie der lebende Computer Peter mit traumwandlerischer Sicherheit in dem Chaos jenes vor zehn Jahren ausgebaute und irgendwo hin gestapelte Teil eines 1979er Ford-Taunus raussucht, ist tatsächlich sehenswert. Die ölverschmierte Fernseh-Seifenoper flimmerte seit 2006 in beinahe einhundert Episoden zu je 42 Minuten immer wieder über die Bildschirme, zuletzt zweimal in einem 24-Stunden-Marathon. Sogar ein abendfüllender Kinofilm lief 2009. Das Spartenkanal-Publikum liebt offenbar die Mischung aus ölverschmierten Bierbäuchen, bauernschlauen Alltagsweisheiten und chaotisch-genialer Haufenordnung der Ludolfs. Den hiesigen Ludolfshäusern indes wäre es lieber, man ließe sie und ihr Ortsschild in Ruhe.

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