Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Ortssippenbuch über Adelebsen

André Ausmeyer erforscht Familiengeschichten Ortssippenbuch über Adelebsen

Mehr als tausend Jahre gibt es den Flecken bereits. Wer bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges dort gelebt hat, lässt sich heute nicht mehr rekonstruieren. Doch für die Zeit danach existieren Aufzeichnungen – vor allem Kirchenbücher, aber auch Kopfsteuerbescheide, Musterungsrollen und Schweinemast-Register. André Ausmeyer hat sie minuziös ausgewertet.

Voriger Artikel
Eine halbe Million für die Plesse
Nächster Artikel
Nach Brand in Hann. Münden: Verletzter Igel wieder in Freiheit

André Ausmeyer erforscht Adelebser Familiengeschichten.

Quelle: Hinzmann

Adelebsen. Und nach knapp vierjähriger Arbeit sein „Ortssippenbuch Adelebsen: Das Einwohnerbuch des Flecken Adelebsen von 1653 bis 1950 mit 5870 Familien in zwei Bänden“ vorgelegt. „Pro Tag habe ich im Durchschnitt drei Stunden an dem Buch gearbeitet“, berichtet Ausmeyer. Das sind rund 4000 Stunden, die der selbstständige Tischlermeister in Kirchenarchiven, im Niedersächsischen Landesarchiv sowie zuhause am Schreibtisch verbracht hat. Eine Flut an Informationen hat er in dieser Zeit zusammengetragen und verarbeitet. Wann und wo die Menschen geboren wurden, was sie von Beruf waren sowie wann und woran sie starben. Über viele gibt es zusätzliche Informationen, meist in anekdotischer Form, denn nicht wenige Pastoren führten die Kirchenbücher wie Tagebücher.  

Die größte Schwierigkeit für den 29-Jährigen war das Entziffern der alten Handschriften. Auch eine Reihe von Begriffen war ihm nicht geläufig. Darüber hinaus kannte er so manche Berufsbezeichnung oder Krankheiten nicht. „Das hat zusätzlichen Rechercheaufwand erfordert“.

Ausmeyer führt auch die Todesfälle von Menschen auf, deren Namen niemand kannte. Wenn beispielsweise ein unbekannter reisender Bettler in Adelebsen starb, wird sein Name mit N. N. angegeben. Auch die Tode von Zwangsarbeitern während des NS-Regimes führt er auf, ebenso die Verschleppungen von jüdischen Bürgern in die Konzentrationslager. Auch die vielen Kirchenaustritte in den 1930er Jahren dokumentiert er, genauso die Wiedereintritte nach 1945. Ein eigenes Kapitel hat er den Adelebser Juden gewidmet. Der Grund: „Zeitweilig haben sie zehn Prozent der Bevölkerung gestellt.“

Verlegt hat Ausmeyers Buch der Uslarer Heikun-Verlag. „Der Verleger hat selber eine ganze Reihe von genealogischen Büchern verfasst, so bin ich auf ihn gestoßen.“  Derzeit arbeitet der begeisterte Kraftsportler an weiteren Sippenbüchern über Lödingsen, Wibbecke, Erbsen sowie Asche/Fehrlingsen. Ende nächsten Jahres werden sie fertig sein, hofft er.  

Von Hauke Rudolph

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Der Wochenrückblick vom 26. November bis 2. Dezember 2016