Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Osterfeuer in Göttingen und Region: Alles was Sie wissen müssen

Viel Arbeit mit dem Vergnügen Osterfeuer in Göttingen und Region: Alles was Sie wissen müssen

Sonnabend oder Sonntag? In der Region gibt es an beiden Tagen Gelegenheit, ein Osterfeuer zu besuchen. Fast in jedem Ort werden die Holzstapel angezündet: mal als großer Meiler wie in  Herberhausen, mal als kleinerer Strauchschnitthaufen. Die  Veranstalter hoffen auf viele  Besucher. Denn: Sie stecken viel Arbeit in die Organisation.

Voriger Artikel
Tödlicher Unfall auf A 7 bei Lutterberg
Nächster Artikel
Freizeittipps für das Osterwochenende

Am Wochenende brennen wieder die Osterfeuer in der Region.

Quelle: Heller

Göttingen. Ohne Haftpflichtversicherung, ohne Bürgschaft und ohne unbürokratische Hilfe verschiedener Institutionen geht es nicht: das Osterfeuer in Grone. Aber trotz massiver Auflagen wird es – so wie in vielen anderen Orten – auch in diesem Jahr stattfinden.

„Das Thema beschäftigt uns schon seit einem halben Jahr“, sagt Wolfgang Thielbörger, Vorsitzender des Feuerwehrvereins in Grone. Denn: So ein Feuer, das braucht Vorlauf. Die Zeiten, als einfach ein Haufen Strauchschnitt zusammengetragen und verbrannt wurde, sind längst vorbei. Die Hürden liegen heute höher. In Grone wird jedes Jahr während der Versammlung der Vereinsvorstände (vor etwa einem halben Jahr) abgefragt, welcher Verein das Feuer ausrichten möchte. „Auch dieses Mal hat sich, wie in den beiden Jahren zuvor, niemand gemeldet“, so Thielbörger. „Also haben wir uns wieder bereit erklärt.“

Aber: „Wir haben nicht genügend Manpower, dass alles alleine zu schaffen“, sagt der 81-Jährige. Die Freiwillige Feuerwehr hilft: Sie organisiert beispielsweise die Brandwache und Absperrungen. Die Johanniter stellen einen Rettungsdienst, mit Hilfe einiger Mitarbeiter aus dem Weststadt-Programm Stadterneuerung ist der Osterfeuerplatz schon vorbereitet worden. „Wir könnten das gar nicht leisten“, so Thielbörger. „Ohne die Hilfe hätten wir kein Osterfeuer mehr.“

Die Unterstützung vieler helfender Hände zu mobilisieren, ist das eine. Die Bürokratie ist eine  weitere Hürde. Seit einem Unfall beim Osterfeuer 2008 in Herberhausen müssen die Veranstalter eine Versicherung vorlegen. Damals urteilte das Gericht, dass die Herberhäuser Osterfeuertruppe verantwortlich für den Unfall des Besuchers war. Der war über einen Baumstamm gestolpert und hatte sich verletzt.

Veranstaltet eine Ortsfeuerwehr oder ein Ortsrat das Feuer, greift die Versicherung des kommunalen Schadensausgleichs (KSA). Ist ein Verein der Ausrichter, muss er eigens für die Veranstaltung eine Haftpflichtversicherung abschließen. Die, so erklärt Grones Verwaltungsstellen-Leiterin Birgit Pietsch, kostet knapp 100 Euro.
„Das größte Risiko für unseren Umsatz durch den Getränkeverkauf ist und bleibt das Wetter“, sagt Thielbörger. Deshalb hat er in Grone eine Bürgschaft des Ortsrates gefordert – und bekommen. Sollte das Osterfeuer ein finanzieller Verlust für den Verein werden, hilft der Ortsrat aus. „Bislang haben wir noch nie Verlust gemacht“, sagt der Vorsitzende.

„Der Ortsrat muss den Verein aber erst mit der Durchführung des Feuers beauftragen“, erklärt Pietsch. Nur wenn das Gremium beschlossen hat und alle Regularien erfüllt sind, kann es weiter gehen. Ortsbürgermeisterin Birgit Sterr (SPD) hat die offizielle Genehmigung der Stadt – mit 15 Auflagen – im März erhalten.

Der Platz ist vorbereitet, die Genehmigung erteilt, jetzt wird das Holz ausgeliefert. „Naja, es fliegt in der Nacht auch häufig einmal Müll über die Schranke“, sagt Thielbörger. Um die Entsorgung, wie auch um die Entsorgung der Asche nach dem Fest, muss sich wiederum der Verein kümmern.

Osterfeuer die entfallen:

Ostersamstag:

  • Das Osterfeuer des Gebrauchshundesportvereins Gieboldehausen
  • Das Feuer des Schäferhundevereins Gieboldehausen findet nicht am Ostersonnabend statt, sondern wird erst am Sonnabend, 30. April, abgebrannt.

Ostersonntag:

  • Fuhrbach und Tiftlingerode
  • Immingerode: Dafür wird es einen Maisprung am Donnerstag, 30. April, geben. Der Strauchschnitt dafür kann am Dienstag, 28., und Mittwoch, 29. April, jeweils von 11 bis 17 Uhr zur Wiese neben dem Sportgelände angeliefert werden.

 is/ne/ny

Osterfeur im Überblick

Orange Punkte Sonnabend, rote Punkte Sonntag

15 bürokratische Auflagen
1. Der Einsatz von Brandbeschleunigern ist nicht gestattet.
2. Das Brennmaterial muss aus unbehandeltem Holz bestehen.
3. Abfälle wie behandeltes Holz, Sperrmüll oder Reifen dürfen nicht verbrannt werden
4. Der Veranstalter ist dafür verantwortlich, dass unbefugte Ablagerungen ordnungsgemäß entsorgt werden.
5. Um Tiere nicht zu gefährden, ist das Brennmaterial vor dem Abbrennen (frühestens drei Tage vor der Veranstaltung) nochmals umzuschichten.
6. Bei gefahrbringendem Funkenflug sind sofort Löschmaßnahmen vorzunehmen. Erhebliche Rauchentwicklung ist zu verhindern. Geeignete Geräte und Personen für die Feuerlöschung müssen zur Verfügung stehen, die Personen benannt werden
7. Die Zufahrt muss für die Feuerwehr freigehalten werden
8. Der Abbrennplatz ist abzusichern.
9. Während der Brennphase ist die Fläche um das Osterfeuer freizuhalten.
10.  Wenn der Glutteppich nicht mehr offen liegt, sind Sicherungsmaßnahmen bis das Feuer erloschen ist, erforderlich.
11. Nach Veranstaltungsende, wenn keine Brandgefahr mehr besteht,  ist der Platz mit sichtbaren Absperrband abzusichern.
12. Die Feuerwehr-Einsatzleitsstelle ist zu informieren.
13. Ist die Menge brennbaren Materials auf 100 Kubikmeter begrenzt, müssen Abstände eingehalten werden: Zu Gebäuden aus nicht brennbarem Material 50 Meter, zu Gebäuden aus brennbaren Baustoffen 100 Meter. Vor Schulen, Krankenhäusern, oder Kindergärten 300 Meter. Zu Hecken, Gras- oder Ackerflächen 20 Meter. Unter und über Leitungen ist es nicht zulässig.
14. Sind diese Forderungen nicht einzuhalten, muss eine Brandsicherheitswache, eventuell mit einem Tanklöschfahrzeug, bereitgestellt werden.
15. Die Brandreste sind innerhalb von drei Wochen zu entsorgen. Sollte das nicht erfolgen,  kann die Ordnungsbehörde die Reste auf Kosten des Veranstalters entsorgen lassen.
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Vollmond, Feuer und ein Bier
Foto: Osterfeuer bei Vollmond in der Region Göttingen: Hier in Groß Schneen.

Osterfeuer bei Vollmond: Am Sonnabend haben in der Region bereits zahlreiche Feuer gebrannt - bei tief blauen Himmel, Wolken und fast idealen Bedingungen. „Wir freuen uns, dass so viele Besucher gekommen sind“, sagt Andrea Gerke, Ehrenortsbrandmeisterin in Klein Schneen.

mehr
Der Wochenrückblick vom 26. November bis 2. Dezember 2016