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Osterode: „Knöllchen-Horst“ klagt gegen Dolly Buster

„Ich glaube, das macht ihn geil“ Osterode: „Knöllchen-Horst“ klagt gegen Dolly Buster

Der Terminzettel im Amtsgericht Osterode liest sich harmlos: Horst Nilges gegen Nora Baumberger. Es geht um Beleidigung, üble Nachrede und um 1500 Euro Schmerzensgeld, die der Kläger von der Beklagten erstreiten will. Der eine ist auch bekannt als Knöllchen-Horst, jener Frührentner, der nach eigenem Bekunden bis gestern 41 000 Falschparker angezeigt hat.

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„Ich glaube, das macht ihn geil“: Fachfrau Dolly Buster wegen Beleidigung verklagt.

Quelle: dpa

Osterode/Göttingen. Die andere heißt mit Künstlernamen Dolly Buster und ist als ehemaliges Busenwunder und Erotikstar bekannt geworden.

Jetzt Porno-Kritik statt Falschparker? Nein, Nilges lässt auch diesmal nur nicht auf sich sitzen, was über ihn verbreitet wird. Seinen Ausgang nämlich nahm der Streit in der RTL-Sendung „Die zehn verrücktesten Deutschen“ im Jahr 2011. Damals hat der Sender den Osteroder Falschparker-Jäger vorgestellt, und Frau Baumberger alias Buster äußerte sich als Studiogast über Nilges so: „Er hat 20 000 Menschen geschädigt. Ich glaube, das macht ihn geil.“

Nun könnte man, wie sich die  Erotikdarstellerin in der Sitzung am Donnerstag verteidigen ließ, die Äußerung als Frage sehen. Dafür spricht die Formulierung „ich glaube“. Für den Kläger aber lautet die Frage: „Wie hat der Zuschauer es wahrgenommen?“

Nilges hat die Veröffentlichungen örtlicher Medien vorgelegt, die seine These, es sei als Feststellung gemeint, stützen. Dann wäre es Schmähkritik, die nicht von der freien Meinungsäußerung gedeckt ist. Artikel fünf des Grundgesetzes hat nämlich Grenzen durch das Strafgesetzbuch, etwa durch Paragrafen wie  Beleidigung oder üble Nachrede. Dieses Argument nahm am Donnerstag auch der Amtsrichter ernst. Noch hat er nicht entschieden.

Nilges aber bereitet sich auf den nächsten Streit mit den Medien vor. Er hat die Redaktion des Fernsehmagazins „Brisant“ wegen übler Nachrede und unerlaubter Verwendung urheberrechtlich geschützter Werke bei der Staatsanwaltschaft Göttingen angezeigt – die Anzeige geht gegen Unbekannt.

Bei „Brisant“ waren in einem Beitrag über seine Aktivitäten zwei Fotos eines Autos gezeigt worden, die beweisen sollten, dass Knöllchen-Horst im Parkverbot stehende Autos belauere, um mit den Fotos zu beweisen, dass sie länger als drei Minuten dort halten – also parken. Gefragt, ob sie seine Fotos senden dürfen, habe „Brisant“ nicht. Außerdem zeigten die Bilder zwei Parkverstöße an ganz unterschiedlichen Tagen. Die Darstellung des Magazins sei also „eine glatte Lüge“.

Nilges betont nämlich im Tageblatt: „Ich laufe nicht rum und suche nach Verkehrsverstößen. Ich zeige nur an, wenn mir als Verkehrsteilnehmer Verstöße auffallen.“ Bisher 41 000-mal. 

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