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Ostviertel-Villa Göttingen bleibt ungenutzt

Eigentümer bislang ohne Idee Ostviertel-Villa Göttingen bleibt ungenutzt

Leerstand im Ostviertel: Seitdem das Pädagogische Seminar der Universität die Villa in der Baurat-Gerber-Straße 4-6 im Jahr 2013 verlassen hat, steht das denkmalgeschützte Gebäude leer. Im Januar 2014 hat der Göttinger Unternehmer Michael Krocker das Haus für 2,3 Millionen Euro vom Land Niedersachsen gekauft.

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1910 als Wohnhaus von Hermann Bartold Levin, einem Sohn des Tuchfabrikanten Hermann Albert Levin, gebaut. Heute steht die Villa leer.

Quelle: Heller

Göttingen. Nutzungsideen für das knapp 3300 Quadratmeter große Grundstück, die Villa und deren Nebengebäude mit zusammen fast 1400 Quadratmetern Wohn- und Nutzfläche hat er aber noch nicht. Er habe sich zunächst das „Filetstück“ in seiner Heimatstadt sichern wollen, sagte Krocker.

Bauanträge seien noch nicht gestellt, bestätigte Verwaltungssprecher Detlef Johannson. Möglich seien künftig eine Wohnnutzung der Gebäude oder eine „der früheren Verwendung vergleichbare Nutzung“. Eine Nutzung gewerblicher Art schloss Johannson hingegen aus.

Nach Angaben im Verkaufsexposé des Landesliegenschaftsfonds liegen die Gebäude in einem allgemeinen Wohngebiet. Neben Wohnungen seien demnach Läden zur Versorgung des Viertels, Gaststätten, nicht störende Handwerksbetriebe, Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke sowie Räume für Freiberufler und Verwaltungen möglich. Ausnahmen für „Betriebe des Beherbergungswesens“ könnten erteilt werden.

Die Untere Denkmalschutzbehörde wertet nach Auskunft von Johannson den Leerstand eines denkmalgeschützten Hauses „fast immer“ als einen „unbefriedigenden Zustand“. Die Villa würde aber trotz des Leerstandes instand gehalten, sagte Johannson. Die Denkmalschutzbehörde habe mit Krocker gesprochen.

„Er weiß, welche Verpflichtungen sich aus dem Eigentum eines Baudenkmals ergeben“, sagte Johannson. Bauliche Veränderungen an der Villa seien wegen der „Einzelbaudenkmalqualität“ nur nach Genehmigung und in Abstimmung mit der Denkmalbehörde zulässig, heißt es im Exposé.

Über eine vorübergehende Nutzung der Gebäude als Flüchtlingsunterkunft haben Verwaltung und Krocker nicht verhandelt. „Ob die dafür nötigen Umbauten für einen in der Regel mehrjährigen, aber befristeten Zeitraum in einem Baudenkmal wirtschaftlich darzustellen sind und dem Baudenkmal insgesamt gut tun, lasse ich mal dahingestellt“, sagte Johannson.

Dass Hauseigentümer den Bedarf an weiteren Flüchtlingsunterkünften kennen, dürfe man unterstellen. Gebe es keine Signale für eine Vermietung für diesen Zweck, konzentriere sich die Verwaltung auf aussichtsreichere Projekte.

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