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Panzerknacker gesteht 18 von 19 Taten

45-Jähriger hat nach 22 Verurteilungen mehr als zehn Jahre im Knast verbracht Panzerknacker gesteht 18 von 19 Taten

Mit einem Geständnis hat sich der 45 Jahre alte Serieneinbrecher, der gezielt Hammer-Märkte aufsuchte und 16 Tresore aufbrach, eine vorausichtlich milde Strafe verdient. Die wird mit bis zu fünfeinhalb Jahren dennoch hoch ausfallen. Nach 22 Vorstrafen war der Mann bisher bereits mehr als zehn Jahre in Haft.

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Göttingen. Am zweiten Verhandlungstag ließ sich der aus Stendal stammende und in Marktoldendorf lebende Serieneinbrecher einen Strafrahmen von knapp fünf bis fünfeinhalb Jahren zusichern.

Danach gestand er 18 der 19 Einbrüche. Nur in Wismar will er es nicht gewesen sein. Dieser Anklagepunkt wurde eingestellt. Wie genau er die in allen Märkten vorgefundenen Tresore mit einem Trennschleifer aufflexte, will der gelernte Bauschlosser dem Gericht aber lieber nicht erläutern.

Von den vorgesehenen 33 Zeugen wird nur eine Polizistin aus Northeim gehört, die von Beginn an die Ermittlungen begleitete. Schon bei der ersten Tat am 31. Januar 2014 war der Täter gefilmt worden. Er hatte zwar einen vorgefundenen Videorecorder zerstört - das aber war der falsche.

Deshalb hatte die Polizei von Beginn an Aufzeichnungen des Freigängers aus der JVA Einbeck, konnte diese aber nicht zuordnen, sodass die Serie ein Jahr anhielt. Dabei war der Freigänger aus dem offenen Vollzug einschlägig als Tresorknacker bekannt. In den vergangenen 25 Jahren, also nach der Wende, war der in einem DDR-Jugendwerkhof aufgewachsene Mann 22 Mal verurteilt worden. Mehr als zehn Jahre hat er seitdem im Gefängnis verbracht.

Die Ermittlungsgruppe der Northeimer Polizei, die bald alle einschlägigen Taten in Hammer-Märkten untersuchte, fand vielfach identische Fußspuren an den Tatorten. Überführt wurde der Angeklagte aber durch seine DNA, weil er in einem Fall Blutflecken hinterlassen hatte.

 Bei der Wohnungsdurchsuchung stieß die Polizei auf eine mit nagelneuen Möbeln "fast liebevoll eingerichtete Wohnung - wie ein Nest", sagte die Ermittlerin. Auf einem vorgefundenen Navigationsgerät war der Weg zu 30 Hammer-Märkten in ganz Norddeutschland eingespeichert. Zur Anklage kamen nur die, in denen der 45-Jährige Spuren hinterlassen hatten.

Zu seiner Persönlichkeit ermittelte das Gericht, dass er in den Gefängnis-Pausen zweimal verheiratet war, sechs Kinder von vier Frauen und etliche Enkelkinder hat, die er aber alle nicht kennt. Selbst die Kinder zu sortieren, fällt ihm schwer. Kontakt hat er zu keinem von ihnen. Das sichergestellte Diebeswerkzeug - Flex, Kuhfuß, Nageleisen - will er nicht wiederhaben. "Ich glaube nicht, dass ich es noch einmal brauche." Weiter verhandelt wird erst am 8. Februar.

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