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Passiv-Kiffen taugt nicht als Ausrede für erhöhte Cannabis-Werte

Verwaltungsgericht lehnt Antrag ab Passiv-Kiffen taugt nicht als Ausrede für erhöhte Cannabis-Werte

Wer als Autofahrer mit erhöhten Konzentrationen von Cannabis-Wirkstoffen in Blut und Urin erwischt wird, kann sich nicht damit herausreden, dass er nur passiv konsumiert hat. Das hat das Verwaltungsgericht Göttingen entschieden.

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Wer als Autofahrer mit erhöhten Konzentrationen von Cannabis-Wirkstoffen in Blut und Urin erwischt wird, kann sich nicht damit herausreden, dass er nur passiv konsumiert hat.

Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen/Northeim. Das Gericht wies einen Antrag eines Verkehrsteilnehmers  auf vorläufigen Rechtsschutz gegen eine Verfügung des Landkreises Northeim ab. Die Behörde hatte ihm die Fahrerlaubnis entzogen, nachdem er bei einer Verkehrskontrolle aufgefallen war. Ein Urintest und eine Blutprobenuntersuchung ergaben erhöhte Werte des Wirkstoffs THC (Tetrahydrocannabinol). THC ist der rauschbewirkende Bestandteil der Hanfpflanze.

Der Autofahrer führte die erhöhten Laborwerte darauf zurück, dass der Freundeskreis seiner drei Kinder kiffe. Er selbst habe nie aktiv Cannabis konsumiert. Das Gericht hielt dies jedoch für eine reine Schutzbehauptung. Es sei medizinisch ausgeschlossen, dass solche Laborwerte durch Passivkonsum erreichbar seien.

Der Antragsteller hatte noch weitere Faktoren für die erhöhten THC-Werte verantwortlich gemacht. So verwende er seit 15 Jahren auf Empfehlung seines Hausarztes Hanföl bei der Essenszubereitung, weil seine Tochter an Neurodermitis leide. Außerdem verwende er weitere Hanfprodukte wie Badeöl, Hanfmet und Müsliriegel. Am Tag vor der Verkehrskontrolle habe er zudem Cakes gereicht bekommen, die eventuell Haschisch enthalten hätten. Ferner sei er in einem Restaurant essen gewesen, in dem Hanfspeiseöl verwendet worden sei. Kurz vor der Kontrolle habe noch ein Nachbar in seinem Auto gesessen, der vermutlich Hanfprodukte zu sich genommen habe.

Das Verwaltungsgericht fand seinen Vortrag wenig überzeugend. Die Laborwerte legten nahe, dass der Antragsteller zeitnah Cannabis konsumiert habe und seine Fahrtüchtigkeit entsprechend beeinträchtigt gewesen sei. Wer indes gelegentlich Cannabis einnehme, sei in der Regel als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen anzusehen. Die Entziehung des Führerscheins sei daher nicht zu beanstanden.

Von Heidi Niemann

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