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Pastoren senden Hilferuf an Landeskirche

Stellenkürzungen Pastoren senden Hilferuf an Landeskirche

Mit einem Hilferuf haben sich die Pastoren im evangelischen Kirchenkreis Göttingen an die Landeskirche gewendet. „Das Ende der Fahnenstange ist erreicht“ lautet die Überschrift einer Resolution, die im Pfarrkonvent einstimmig beschlossen wurde – auch mit der Stimme von Superintendent Friedrich Selter. Der Hilferuf erfolgt vor der nächsten Stellenkürzungsrunde im Zeitraum 2013 bis 2016. Diese ist notwendig, weil die Landeskirche aufgrund sinkender Steuereinnahmen ihre Zuweisungen an den Kirchenkreis kürzt.

Das Ausmaß der geforderten Stellenreduzierung sei jedoch nicht realisierbar, heißt es in der Resolution. Aufgrund der besonderen strukturellen Situation im Kirchenkreis mit vielen Kirchorten auf engem Raum und aufgrund von Festlegungen in der Vergangenheit könnte die Kürzung nun nur durch die Streichung von fünf Pfarrstellen in den Gemeinden umgesetzt werden. Dies bedeute ein Minus von knapp 16 Prozent gegenüber den derzeit 32,25 Pfarrstellen in rund 60 Gemeinden mit 79 000 Gläubigen.

Damit steige in mehreren städtischen Gemeinden die Zahl der Gläubigen auf rund 3500 pro Pfarrstelle. Im ländlichen Bereich wären dann in der Region Friedland noch 2,75 Pfarrstellen für 19 Kirchengemeinden mit 21 Predigtstätten vorgesehen: „Unter diesen Bedingungen können kirchliche Kernaufgaben nicht mehr erfüllt werden.“

Die Höhe der Kürzungen stehe in Widerspruch zu Beschlüssen der Landessynode, die eine Kürzung von maximal 2,8 Prozent bei den Pfarrstellen festgelegt habe. Fazit: „Als Pastorinnen und Pastoren halten wir die vorgegebenen Einsparungen für nicht mehr umsetzbar.“ Synode und Landeskirchenamt werden um Unterstützung gebeten.

Ungeachtet der Resolution hat mittlerweile der zuständige Fachausschuss des Kirchenkreistages einen Entwurf für einen Stellenplan vorgelegt, in den die Kürzung von fünf Pfarrstellen eingearbeitet ist. Dabei sei von einer Arbeitszeit von 44 Wochenstunden ausgegangen worden, so Selter. Bei der Planung wurden die Zahl der Gemeindemitglieder, vorhandene Diakonenstellen und die Zahl der pfarramtlichen Handlungen wie Taufen und Hochzeiten berücksichtigt, nicht jedoch die Betreuung von Einrichtungen wie Kindertagesstätten oder Friedhöfen. Nach diesem Modell sind besonders die Innenstadtgemeinden, die Weststadtgemeinden, die Region 5 Kino (die Gemeinden St. Petri Weende, Christophorus, Nikolausberg, Herberhausen und Roringen) und Gemeinden in Adelebsen von Kürzungen betroffen.

Doch in einer Sitzung des Kirchenkreistages setzten bereits die Verteilungskämpfe ein: Die Innenstadtgemeinden legten ein anderes Rechnungsmodell vor. Auf einem Sonderkirchenkreistag im April soll der Stellenplan intensiv diskutiert werden.

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