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Patensystem für schwule Flüchtlinge

Göttinger Initiative will Anlaufstelle schaffen Patensystem für schwule Flüchtlinge

Die Göttinger Initiative „Face to Face“ baut derzeit ein Patensystem für schwule Flüchtlinge auf. Damit will sie eine Anlaufstelle für diejenigen schaffen, die sich nicht trauen, sich in Flüchtlingsunterkünften zu outen.

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Quelle: Archiv

Göttingen. Sich zu treffen, die Sprache zu vermitteln oder auch zu wandern und zu kochen: Die zwölf Paten der Initiative „Face to Face“ haben sich vorgenommen, „einfach zur Willkommenskultur beizutragen“, erklärt Alexander Rulle das Engagement. Dabei weiß er genau, dass schwule Flüchtlinge aus Ländern stammen, in denen Homosexualität geächtet oder sogar verboten ist.

In Göttingen sei das Patensystem für viele der erste Kontakt zu einer Szene, in der es „auch rechtlich möglich ist, sich auszuleben“, erklärt Rulle, der einer der Paten der Initiative ist. „Homosexualität ist in vielen Ländern lebensgefährlich“, weiß auch Carolin Herberhold von der Göttinger Aidshilfe. Es gebe einfach junge Leute, die aus diesem Grund fliehen würden.

Allerdings hätten es schwule Flüchtlinge in den Erstaufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften „oft nicht einfach“. Dort „finden sich viele unter Landsleuten wieder, werden gemobbt und sind oft verschüchtert“. Herberhold geht deshalb davon aus, „dass die meisten versuchen, sich nicht zu outen“, weshalb sie eine ausgelagerte Anlaufstelle wie die von „Face to Face“ gut finde.

Dort freut sich auch Rulle, dass die Stimmung bei den ersten Treffen „immer sehr gut war“. Mittelfristig wollen er und seine Mitstreiter ein „Gay Café International“ einrichten, wo sich internationale Studenten, Flüchtlinge und Göttinger aus der schwulen, queeren, transsexuellen und lesbischen Community treffen können. Bis dahin sind die Paten von „Face to Face“ per E-Mail an gayrefugee@schwul-in-goettingen.de zu erreichen. hö 

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