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Patient aus dem Maßregelvollzug in Moringen auf der Flucht

Gewalttätiger Tschetschene Patient aus dem Maßregelvollzug in Moringen auf der Flucht

Am Donnerstag vergangener Woche das Verschwinden eines Sicherungsverwahrten, nur eineinhalb Tage später eine noch spektakulärere Flucht eines hoch gefährlichen Gewalttäters aus der Psychiatrie in Moringen: Der wegen Menschenraubes und Körperverletzung verurteilte, wegen Drogenabhängigkeit in den Maßregelvollzug gesteckte und als höchst gewaltbereit und gefährlich geltende Tschetschene Chamil Gasanaliev ist auf freiem Fuß.

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Quelle: Polizei

Moringen. In der Nacht zum vergangenen Sonnabend überwand der 30-Jährige mit Seil und Wurfanker die Mauer der Anstalt in der Mannenstraße in Moringen, hechtete in einem gewagten Sprung an eine Laterne und rutschte am Mast in die Freiheit. Seitdem wird er gesucht.

Trotz seiner Gefährlichkeit haben die Behörden den Gewalttäter erst am Mittwoch öffentlich zur Fahndung ausgeschrieben. Auch das Niedersächsische Sozialministerium, zuständig für den Maßregelvollzug, meldete das Verschwinden des Tschetschenen erst am Mittwochvormittag. Mutmaßlich hatten die für die Fahndung zuständige Staatsanwaltschaft Hildesheim sowie die Polizeidirektion Hannover gehofft, den Flüchtigen mithilfe von Zielfahndern bei seinen bekannten Kontakten in Deutschland zu erwischen. Eine Öffentlichkeitsfahndung hätte da offenbar gestört. Jetzt wurde die Hoffnung auf ein schnelles Ergreifen fahren gelassen.

Chamil Gasanaliev ist 30 Jahre alt, 1,65 Meter groß, sehr schlank und durchtrainiert. Er hat schwarze Haare und diverse Tätowierungen. Besonders auffällig ist ein Stacheldraht-Tatoo auf dem linken Unterarm.  In der Psychiatrie saß er seit dem 27. September 2013.

Sicherungen des Innenhofes

Er war zuvor wegen erpresserischen Menschenraubes, gefährlicher Körperverletzung und schweren Raubes zu acht Jahren Freiheitsentzug verurteilt und parallel in einer Entziehungsanstalt untergebracht worden.
In der Nacht zu Sonnabend hat er nach Darstellung des Sozialministeriums mit einem selbst gefertigten Wurfanker vom Innenhof seiner Station aus die Außenmauer des Maßregelvollzugszentrums erklommen. Von dort habe er in einem gewagten Hechtsprung eine Laterne erreicht, an der er sich herunter ließ.

Als Sofortmaßnahme hat das Landeskrankenhaus zusätzliche Sicherungen des Innenhofes und der betreffenden Dachfläche vorgenommen und die Nutzung des Innenhofes vorerst untersagt. Zudem seien Form und Umfang der Anwesenheitskontrollen überprüft und optimiert worden, teilt das Sozialministerium nach der spektakulären Flucht mit.

Zum Motiv für die Flucht nimmt das Ministerium an, dass eine drohende Abschiebung nach der jüngsten Anhörung des Untergebrachten den Anstoß gab. Die Staatsanwaltschaft Hildesheim hatte ihre erteilte Zustimmung zu Vollzugslockerungen daraufhin zurückgezogen, so dass der 30-Jährige davon ausgehen musste, direkt aus dem Maßregelvollzug nach Tschetschenien abgeschoben zu werden.

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