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Patientenberatung in Göttingen bedroht

Politik und Verwaltung für Erhaltung Patientenberatung in Göttingen bedroht

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) steht in ihrer bisherigen Form vor dem Aus. Grund ist ein bevorstehender Betreiberwechsel. Die Stadtverwaltung und die Parteien im Rat der Stadt wollen die Umstrukturierung und eine bevorstehende Schließung in letzter Minute verhindern.

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Quelle: dpa

Göttingen. Die UPD ist ein Verbund gemeinnütziger Einrichtungen mit bundesweit 21 Beratungsstellen, eine davon in Göttingen. Sie berät im gesetzlichen Auftrag rund um das Thema Gesundheit – bei rechtlichen und medizinischen Fragen sowie bei psychosozialen Problemen im Umgang mit Krankheiten. Das Angebot ist kostenfrei, neutral und unabhängig. Nicht selten geht es dabei auch um Probleme der Versicherten mit ihren Krankenkassen. Träger sind bislang der Sozialverband VdK Deutschland, die Verbraucherzentrale (Bundesverband) und der Verbund Unabhängige Patientenberatung.

 
Ab 2016 jedoch soll dies die private Firma Sanvartis aus Duisburg übernehmen. Nach einer Ausschreibung habe die Firma vor einigen Tagen den Zuschlag für die kommenden sieben Jahre erhalten, berichten die Berliner Zeitung und die Deutsche Ärztezeitung.

 
Das Problem mit Sanvartis: Die Firma betreibt Callcenter für Krankenkassen und Pharmafirmen. Ein klassischer Interessenkonflikt, meinen Kritiker aus Stadtverwaltung und Parteien: Eine von den Krankenkassen unabhängige Patientenberatung sei nicht mehr zu erwarten.

 
Im Sozialausschuss gerieten damit Parteien und Verwaltung in Zugzwang. Sollte ursprünglich ein von der SPD eingebrachter Antrag beraten werden, die Stadt solle „auf allen politischen Ebenen und Verwaltungsebenen“ auf die Erhaltung der UPD hinwirken, muss jetzt ganz schnell gehandelt werden. Die unterlegenen Mitbieter haben nach der Entscheidung für Sanvartis nur noch wenige Tage Zeit, Widerspruch einzulegen.

 
In dieser Zeit müsse Druck gemacht werden, waren sich alle Parteien im Ausschuss einig. „Hier soll eine etablierte, anerkannte und mitunter den Krankenkassen unbequeme Patientenberatung zu einem willfährigen Dienstleister auf der Lohnliste der Krankenkassen umfunktioniert werden“, heißt es in dem einstimmig angenommenen SPD-Antrag. Jetzt soll in der Ratssitzung am Donnerstag, 16. Juli, über die Resolution abgestimmt werden.

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