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Peinliche Begrüßungs-Post an einen Toten

Verstorbenen Vater als Eigentümer ermittelt Peinliche Begrüßungs-Post an einen Toten

Der Sprecher der Eon Energie Deutschland sagt es unumwunden: „Dies hätte nicht passieren dürfen.“ Der Stromversorger hat gleich mehrfach den vor 19 Jahren verstorbenen Hugo Henze aus Elliehausen als Neukunden willkommen gehießen. Die Krönung eines Dauerkonfliktes mit dessen Sohn.

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Quelle: Thiele

Elliehausen. Reinhard Henze besitzt in Elliehausen etliche Wohnungen. Die sind nicht immer vermietet. Der 64-Jährige sieht nicht ein, warum er für eine leerstehende Wohnung eine Grundgebühr für den Stromzähler zahlen soll. Streng genommen fällt die auch dann an, wenn der Zähler sich nicht dreht, denn der Netzbetreiber hat ja Kosten allein durch Anschluss und Bereitstellung. Formal müsste der Eigentümer den Zähler also auf seine Kosten ausbauen lassen, will er die Grundgebühr sparen.

In der Vergangenheit waren die Leerstände allerdings lang, weil Henze mehrere Wohnungen umbaute. Stromlieferant Eon trat auf Henzes Drängen an den Netzbetreiber Energienetz Mitte GmbH heran, und der verzichtete für vier leerstehende Wohnungen ohne Verbrauch auf das Netzentgelt. Die Eon stornierte ihre Rechnungen aus Kulanz - für Henze ein Präzedenzfall, auf den er sich bei weiteren Leerständen immer wieder bezieht. Die Folge des Grundgebühr-Verzichts: Wird die Wohnung neu bezogen und meldet sich der Mieter als Stromkunde an, meldet der Versorger die Zählernummer dem Grundversorger Eon.

Der aber hat nun keinen Vertragspartner mehr, der Grundgebühr zahlt, muss also den Eigentümer des Hauses neu ermitteln. Dabei, so Michael Krautzberger von der Eon, sei „ein handwerklicher Fehler unterlaufen, den wir sehr bedauern und für den wir uns bei Herrn Reinhard Henze ausdrücklich entschuldigen“. Denn als Eigentümer ermittelt wurde Vater Hugo, seit  Juli 1996 bereits tot. An den Toten gingen folglich die Willkommensschreiben als  Strom-Neukunde. Und noch ein Ärger: Für eine der Wohnungen soll Henze innerhalb von nur zwei Tagen 1184 Kilowattstunden verbraucht haben.

360,97 Euro will die Eon dafür von ihm. Des Rätsels Lösung: Einer seiner Mieter hatte über Monate Strom verbraucht, war aber nie beim Versorger gemeldet. Beim nächsten Stromablesen war dann der Hauseigentümer Adressat der Rechnung über den dann erst festgestellten Verbrauch. „Aus unserer Sicht plausibel“, sagt die Eon dazu.

ck

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