Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Peter Brammer zum Ende der Dreigliedrigkeit in Göttingen

Schullandschaft „einzigartig“ Peter Brammer zum Ende der Dreigliedrigkeit in Göttingen

Die Göttinger Schullandschaft hat sich neben den Hochschulen und Forschungseinrichtungen als „markantes und bedeutsames Standortmerkmal“ der Stadt entwickelt, sagt der Hochschuldozent und frühere Schulleiter Peter Brammer. Der einstige ideologische Grabenkrieg zwischen dem dreigliedrigen Schulsystem und Gesamtschulen sei überwunden. Die letzte Göttinger Realschule und beide Hauptschulen laufen schrittweise aus.

Voriger Artikel
Bibliothek Göttingen startet neues Angebot für Analphabeten
Nächster Artikel
Neue Groner Wassermühle geht in Betrieb

Peter Brammer

Quelle: EF

Göttingen. Damit lasse die Stadt auch die „Trennlinien des gegliederten Schulsystems hinter sich“. Das sei der Beginn einer schul- und bildungspolitischen neuen Epoche in Göttingen und in der Deutschen Schullandschaft „einzigartig“.

Wenn die Kinder aus den jetzigen vierten Grundschulklassen mit ihren Eltern in den kommenden Wochen entscheiden, an welche weiterführende Schule sie wechseln wollen, haben sie in Göttingen eine große Auswahl. Neben zwei Freien Schulen und einer katholischen Bekenntnisschule gibt es acht staatliche Schulen: fünf Gymnasien und – mit der im Sommer startenden „Neuen IGS“ in Weende – drei Gesamtschulen. Das seien acht Schulen mit einer jeweils eigenen Geschichte, so Brammer, und mit ihren unterschiedlichen Konzepten, Profilen und Förderangeboten gleiche keiner der anderen. Aber: „Dennoch haben sie viele gemeinsame Schnittmengen.“ Das Besondere aber sei, dass sich ihre Konzepte „nicht mehr in die einst hierarchische Ordnung des gegliederten Schulsystems“ mit Hauptschule, Realschule und Gymnasium „einpassen“. Göttingen habe es geschafft, flächendeckend ein „chancengerechtes System“ an allen Schulen für alle Schüler zu etablieren.

Dahinter stehe ein langer Prozess, den Ende der Schulentwicklungsexperte Brammer heute als „reifes demokratisches Zeugnis“ sieht. Pädagogen und die Stadt als Schulträger seien dabei „frei von parteipolitischen und kurzlebigen Interessen bereit und fähig“ gewesen, diesen Prozess „ohne nennenswerte Kontroversen“ zu begleiten und zu unterstützen.

Brammer war langjähriger Leiter der mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichneten Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule und ist inzwischen Lehrbeauftragte an der Göttinger Uni im Bereich Schulentwicklung, Schulorganisation und Schulqualität.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Der Wochenrückblick vom 26. November bis 2. Dezember 2016