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Pfalz Grona vor 1100 Jahren erstmals erwähnt

Auf dem Hagenberg hielten einst Könige Hof Pfalz Grona vor 1100 Jahren erstmals erwähnt

Einst thronte die Pfalz Grona auf dem Hagenberg über dem Leinetal. Die Burg, die vor 1100 Jahren erstmals erwähnt worden ist, gehörte dem Königs- und Kaiserhaus der Ottonen. 

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Bei einem Rundgang auf den Spuren der Pfalz Grona

Quelle: Heller (Archivfoto)

Grone. 18-mal machten die Herrscher dort im 10. und 11. Jahrhundert Station. Bei drei Hoftagen versammelten sie die Mächtigen des Reichs.

Vor 1100 Jahren verschanzte sich Herzog Heinrich in der Burg bei Grone, heißt es in der Sachsengeschichte des Corveyer Mönchs Widukind. Daran erinnert Gudrun Pischke, die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Südniedersächsische Heimatforschung. Konrad I., der 911 die Herrschaft über das Ostfränkische Reich übernommen hatte, belagerte den Herzog. Vier Jahre später war der Franke Konrad tot. Mit Heinrich stieg erstmals ein Sachse zum König auf. Heinrichs Burg, an der seinerzeit wichtigen Verbindungsstraße zwischen Sachsen und Thüringen im Osten und dem Niederrhein im Westen gelegen, gewann reichsweite Bedeutung.

 Der König verschrieb 929 seinen Besitz in Grone sowie den in Quedlinburg, Pöhlde, Nordhausen und Duderstadt Ehefrau Mathilde als Witwengut. Nach seinem Tod versöhnte sich Mathilde auf der Burg 941 mit ihrem Sohn Otto I., den sie eigentlich nicht als Nachfolger ihres Mannes hatte sehen wollen. „Nach dem Tod Mathildes, die gemeinsam mit ihrem Mann in Quedlinburg beigesetzt worden ist, nutzten die Ottonen die Burg als Königspfalz“, berichtet Pischke.

 Fünfmal kam Otto III. nach Grone. Er war als Dreijähriger König geworden. Mutter und Großmutter, die nacheinander Vormund des Kindes waren, trafen sich 986 in der Pfalz Grona. Wahrscheinlich übernahm dort 994 der mit 14 Jahren mündig gewordene Otto die Regierung. Er starb mit nur 22 Jahren 1002 kinderlos.

 Mit Heinrich II. trat ein entferner Verwandter die Nachfolge an. „Heinrich II. hielt sich sechsmal in Grone auf, so oft wie kein anderer Ottone“, führt Pischke aus. Heinrich ließ die Pfalz ausbauen und wahrscheinlich auch die Pfalzkapelle errichten. Todkrank zog er sich später auf die Burg zurück, wo er 1024 starb. Beigesetzt wurde er in Bamberg. Das dortige Bistum hatte er gemeinsam mit Gemahlin Kunigunde gestiftet.

 Mit Heinrichs Nachfolger, dem Salier Konrad II., hielt 1025 letztmalig ein Monarch in Grone Hof. „Die Pfalz ist eventuell bis ins 12. Jahrhundert Station auf königlichen Reiserouten gewesen“, vermutet Pischke. Urkundliche Belege dafür gibt es jedoch nicht. An die Stelle der 1180 zerstörten Pfalz trat eine neue Burg. Die Göttinger schliffen sie Anfang des 14. Jahrhunderts. Seit 1884 gibt es auf dem Hagenberg einen Gedenkstein, der an die Zeiten erinnert, als Könige in der Pfalz Hof hielten. mic

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