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Pilotprojekt für die Schöpfung

Friedenskirchengemeinde will Ausstoß von CO2 um 70 Prozent senken Pilotprojekt für die Schöpfung

Die kleine Friedenskirchengemeinde auf dem Hagenberg hat ein großes Projekt auf ihre Schultern genommen. Für 480 000 Euro soll der umfangreiche Gebäudebestand energetisch saniert werden. Das Klimaschutz-Vorhaben ist ein Pilotprojekt in der hannoverschen Landeskirche.

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Für 480 000 Euro soll der umfangreiche Gebäudebestand energetisch saniert werden.

Quelle: HW

Göttingen. Als Ergebnis des Projektes soll der CO2-Ausstoß der Gemeinde um 70 Prozent gesenkt werden. Die evangelische Gemeinde zählt mit 1000 Mitgliedern zwar zu den kleinen Kirchengemeinden in Göttingen, verfügt aber trotzdem über einen umfangreichen Gebäudebestand. Dazu zählen die Kirche, eine Kita und das Mercker-Zentrum mit Tagungsräumen, Büros und Übernachtungszimmern. Das Zentrum wird von kirchlichen und sozialen Einrichtungen genutzt.

Es gehe um eine intelligente Gesamtlösung im Energiebereich, erklärt Martin Schultze, der als hauptamtlicher Klimaschutzmanager der Landeskirche das Projekt begleitet. Es solle nur so viel Energie erzeugt werden wie benötigt, und diese solle möglichst verlustfrei transportiert und effizient eingesetzt werden. Vorgesehen seien unter anderem, den Wärmeschutz im Fundamentbereich zu verbessern, Undichtigkeiten in den Gebäuden zu minimieren, Fenster zu erneuern sowie Heizung und Elektrik zu modernisieren. Zugleich solle genau geschaut werden, welche Räume für welche Gruppen wirklich optimal sind und wie etwa Licht, Belüftung und Temperaturen automatisch gesteuert werden können, sodass sich die Benutzer wohl fühlen.

Die Friedenskirchengemeinde engagiere sich schon lange im Umweltschutz, erklärt der   Ehrenamtliche Hans-Peter Paulsen. Sie sei gemeinsam mit der Bethlehemgemeinde als erste im Kirchenkreis Göttingen mit dem Grünen Hahn zertifiziert worden. Darauf habe das Projekt aufbauen können. Pastor Ralf Reuter verweist zudem darauf, dass es bereits seit zehn Jahren regelmäßig Umweltgottesdienste in der Friedenskirche gebe. Jetzt gewinne das Engagement für die Schöpfung noch einmal „richtig Fahrt“. Aus den Erfahrungen der Friedenskirchengemeinde könnten andere Gemeinden dann lernen, so das Kalkül.

Mit ihrem Konzept konnte die Gemeinde erfolgreich Geld einwerben. Dabei hat auch ein ehrenamtliches Bauteam erhebliche Vorarbeiten geleistet. Das Projekt wird mit 240 000 Euro von der Landeskirche und mit 200 000 Euro vom Bundesumweltministerium gefördert. Mindestens 40 000 Euro steuert zudem die Gemeinde selbst bei. Nun soll noch einige Monate intensiv geplant werden. Ab Mitte 2017 sollen dann die Arbeiten beginnen und bis Mitte 2019 dauern.

Zum Beginn des Projektes wird am Sonntag, 4. September, um 11 Uhr in der Friedenskirche ein Umweltgottesdienst gefeiert.  Er wird von Pastor Ralf Reuter und dem Umweltteam gestaltet. Die Predigt hält der Umweltbeauftragte der Landeskirche, Pastor Rolf Adler.

Landeskirche und Klimaschutz

Der Klima- und Umweltschutz spielt in der hannoverschen Landeskirche eine große Rolle. „Wir verstehen die Bewahrung von Gottes Schöpfung als kirchliche Kernaufgabe“, heißt es in den Umweltleitlinien der Kirche. Als Besitzerin vieler Gebäude, die geheizt und beleuchtet werden müssten, als Arbeitgeberin vieler mobiler Mitarbeiter und als Verpachterin von Kirchenland sieht sich die Kirche selbst in der Verantwortung für eine Reduzierung von CO2-Emissionen und für klimaschonende Betriebsweisen in der Landwirtschaft. 2007 hat sich die Landessynode mit der theologischen Dimension des Klimawandels beschäftigt, 2012 wurde ein Klimaschutzkonzept vorgelegt. 

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