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Pilz-Expertin Gudrun Fricke-Bode im Wald bei Mengershausen unterwegs

Krause Glucke für die Pizza Pilz-Expertin Gudrun Fricke-Bode im Wald bei Mengershausen unterwegs

Halbwissen sei am gefährlichsten, sagt Gudrun Fricke-Bode: „Wer sich mit Pilzen nicht auskennt, sammelt sie nämlich in der Regel erst gar nicht.“ Wer jedoch über ein gewisses Maß an Kenntnissen verfügt, überschätzte sein Wissen häufig und setze sich damit großen Risiken aus.

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Stehen lassen: Fliegenpilz in herbstlicher Landschaft.

Quelle: Heller

Mengershausen. Schließlich gibt es mindestens 3000 Pilzsorten in Deutschland, von denen jedoch nur rund 100 essbar sind.

Weil das so ist, gibt die geprüfte Pilzberaterin und -sachverständige regelmäßig Pilz-Kurse und Seminare. In diesen bringt sie Sammlern bei, Speisepilze von ungenießbaren und giftigen zu unterscheiden. Übrigens existiere eine ganze Reihe von Pilzarten, von denen nicht bekannt ist, ob sie giftig sind oder nicht: „Versuchspersonen sind eben schwer zu finden“, sagt Fricke-Bode. „Wer will sich schon zur Verfügung stellen?“.

Am Sonntag hat die Pilz-Expertin eine Gruppe Sammler durch den Wald zwischen Mengershausen und Varmissen geführt. „Ich gehe regelmäßig sammeln“, sagte Achim Winkler, „muss aber viele Pilze stehenlassen, weil ich sie nicht kenne. Das soll sich ändern.“

Der Gillersheimer hat ein Pilzlexikon mitgebracht, das Sohn Niclas beim Gehen ausgiebig studiert. Lesen kann der Fünfjährige natürlich noch nicht, umso sorgfältiger studiert er jedoch die Bilder. Sein Lieblingspilz ist die Krause Glucke, nach der er während der gesamten Wanderung eifrig Ausschau hält.

Gesucht: Krause Glucke für die Pizza. © Heller

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Fündig wird er – wie auch der Rest der Gruppe – zwar nicht, ist aber dennoch voller Hoffnung: „Im Laden gibt es Pizza mit Champignons, vielleicht gibt es ja auch welche mit Krauser Glucke.“

Die Sammler waren auch ohne Krause Glucke erfolgreich. alle kehrten mit gefüllten Körben nach Hause zurück. Für Anfänger sei es schwer, einen Pilz ausfindig zu machen, sagt Fricke-Bode, „aber wer seinen Blick ein wenig schult, der findet in den heimischen Wäldern einen reich gedeckten Tisch“.  

Weitere Informationen gibt es unter Telefon 01 60 / 8 15 43 61 oder im Internet unter pilztreff.de. Am kommenden Wochenende gibt Fricke-Bode einen Pilz-Mikroskopie-Kurs.

Giftig oder nicht?  

Diese Pilze wachsen im November in den Wäldern der Region:

  • Birken-Milchling (ungenießbar)
  • Birkenpilz (Speisepilz, roh allerdings giftig)
  • Bovist (Speisepilz, solange in jungem Zustand gesammelt, sonst ungenießbar)
  • Champignon (Speisepilz, weist er am Fuß eine gelbe Färbung auf, ist er allerdings giftig)
  • Dachpilz (Speisepilz, schmeckt nach Spargel)
  • Düngerling (giftig)
  • Erdritterling (giftig)
  • Fichtenreizker (Speisepilz)
  • Fliegenpilz (giftig)
  • Grauer Schwefelkopf (Speisepilz)
  • Grüner Schwefelkopf (giftig)
  • Horngrauer Rübling (Speisepilz)
  • Kahler Krempling (giftig, in Osteuropa allerdings beliebter Speisepilz)
  • Kleiner Schirmling (giftig)
  • Knoblauch-Schwindling (Würzpilz)
  • Krause Glucke (Speisepilz, mühsam zu putzen, aber sehr delikat)
  • Kupferroter Schmierling: (Speisepilz)
  • Marone (Speisepilz, roh allerdings giftig)
  • Mehl-Räßling (Speisepilz)
  • Mönchskopf: (Speisepilz)
  • Nebelkappe (Speisepilz, jedoch für empfindliche Mägen ungeeignet)
  • Pfifferling (Speisepilz)
  • Rettichhelmling (giftig)
  • Rotfußröhrling (Speisepilz)
  • Safran-Schirmling (Speisepilz)
  • Schopftintling (Speisepilz)
  • Steinpilz (Speisepilz)
  • Täubling (giftige und auch ungiftige Arten)
  • Tintling (verschiedene Arten, mit einer Ausnahme des Schopftintling alle giftig)
  • Totentrompeter (Speisepilz)
  • Violetter Rötelritterling (Speisepilz)
  • Wohlriechender Schneckling (seltener Speisepilz)
 

Von Hauke Rudolph

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