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Plagiatsaffäre um Göttinger Zahnärztin auch strafrechtlich abgeschlossen

Verfahren eingestellt Plagiatsaffäre um Göttinger Zahnärztin auch strafrechtlich abgeschlossen

Die Plagiatsaffäre um eine Göttinger Zahnärztin ist jetzt auch strafrechtlich abgeschlossen. Die Göttinger Staatsanwaltschaft habe ihr Ermittlungsverfahren wegen des Missbrauchs von Titeln eingestellt, teilte Behördensprecher Andreas Buick mit.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen. Die Strafverfolgungsbehörde hatte ein Verfahren eingeleitet, weil die Zahnärztin Anfang des Jahres immer noch auf der Internetseite der Gemeinschaftspraxis, in der sie tätig ist, mit Doktortitel aufgeführt war. Bereits einige Monate zuvor war eine Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichts rechtskräftig geworden. Die Richter hatten damals ihre Klage gegen den Entzug ihres Doktorgrades durch die Universität Regensburg zurückgewiesen.

Nach Angaben von Buick wurde das Verfahren eingestellt, weil die Zahnärztin nachweislich Anstrengungen zur Löschung des Doktortitels unternommen habe. Unter anderem habe sie den Eintrag im Telefonbuch abändern lassen. Dass der Internet-Auftritt nicht ebenfalls zeitnah geändert wurde, sei ihren Angaben zufolge ein Versehen gewesen.

Die Zahnärztin ist die Ehefrau des früheren Leiters der Göttinger Transplantationschirurgie, der sich derzeit wegen versuchten Totschlages in elf Fällen und vorsätzlicher Todesfolge in drei Fällen vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Göttingen verantworten muss. Der Chirurg hatte 2005 von der Uni Regensburg den Doktorgrad verliehen bekommen. Seine Ehefrau promovierte 2006 bei dem gleichen Doktorvater. Die Dissertation der Zahnärztin befasste sich, wie auch schon die Doktorarbeit ihres Mannes, mit Behandlungsstrategien beim Leberkrebs.

Von Heidi Niemann

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