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Wissenschaft und Morddrohungen

Podiumsdiskussion Wissenschaft und Morddrohungen

Fragen von Migration und Integration sind seit 1998 Themen des Rates für Migration (RfM). Das Gremium aus mehr als 130 Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen begleitet kritisch politische Entscheidungen zum Thema. Ab Freitag, 21. Oktober, kommt der RfM zur Jahrestagung in Göttingen zusammen.

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„Meine Stärke ist das Spontane, Kreative“

Flüchtlingscamp am Strand der griechischen Insel Chios.

Quelle: afp

Göttingen. Im Fokus der Konferenz in Göttingen steht die Situation an Europas Außengrenzen. Der wissenschaftliche Befund bezüglich der Flüchtlingsbewegungen dort ist eindeutig: „Es hört einfach nicht auf“, sagt die Göttinger Islamwissenschaftlerin Prof. Riem Spielhaus, eine der Organisatorinnen der bevorstehenden Tagung. Beschlossene politische Maßnahmen sehen sie und ihre RfM-Kolleginnen kritisch. Beispielsweise würde es beim derzeitigen Tempo laut Riem 700 Jahre dauern, bis der europäische Verteilungsplan für 160 000 Flüchtlinge abgeschlossen wäre. Trotzdem ringen die Experten um Aufmerksamkeit: Die Bundesregierung lasse sich lieber von jungen Think-Tanks beraten, beklagt die Göttinger Kulturwissenschaftlerin und RfM-Mitglied Prof. Sabine Hess. Dabei bietet die Fluchtforschung nach Ansicht von Hess Einblicke in die Strategien und Motivation von Migranten - bis hin zur hochpolitischen Frage, inwiefern die Politik der Bundeskanzlerin für die Zunahme der Flüchtlingszahlen im vergangenen Jahr verantwortlich ist. Hess verneint das und verweist auf frühzeitige Warnungen des RfM vor einem Anstieg der Flüchtlingszahlen als Folge von Bürgerkriegen, Umweltzerstörung und Armut.

Termin

RfM-Podiumsdiskussion: „Nach dem Sommer der Migration - Rückkehr zur Kontrolle“ am Freitag, 21. Oktober, um 18 Uhr in der Alten Mensa, Wilhelmsplatz 3.

Stattdessen bekommen die RfM-Mitglieder heutzutage von anderer Seite ungewollte Aufmerksamkeit: „Wenn jemand von uns in der Tagesschau auftritt, muss er oder sie sich die nächsten Tage warm anziehen“, sagt Spielhaus angesichts von Hassbriefen und Morddrohungen aus rechtsextremen Kreisen. hö

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