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Mutmaßlicher Cyberkrimineller gefasst

Betrug mit Bankkonten und falschen Pässen Mutmaßlicher Cyberkrimineller gefasst

Polizei und Staatsanwaltschaft Göttingen haben einen 24-jährigen Mann aus Göttingen festgenommen. Er ist nach derzeitigem Ermittlungsstand dringend verdächtig, für eine Serie von betrügerischen Kontoeröffnungen verantwortlich zu sein.

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Quelle: Polizei

Göttingen. Nach mehrmonatigen intensiven Ermittlungen und verdeckten polizeilichen Maßnahmen gelang der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internet-Kriminalität der Staatsanwaltschaft Göttingen und der "Task Force Cybercrime/Digitale Spuren" der Polizei Göttingen die Identifizierung des mutmaßlichen Cyberkriminellen. Am Mittwoch vergangener Woche nahmen ihn Fahnder vor seiner Wohnung im Stadtgebiet fest.

Seit September 2016 waren die Ermittler dem Göttinger auf der Spur. Bei seinen Taten sei der mutmaßliche Betrüger „durchaus professionell“ vorgegangen. Mit gefälschten österreichischen und italienischen Ausweisdokumenten suchte er Göttinger Banken auf und eröffnete mit den Alias-Namen ein Girokonto, teilt die Polizei weiter mit. Auf den Konten sammelte der Beschuldigte Gelder, die wahrscheinlich aus weiteren Straftaten stammen.

Die Polizei geht davon aus, dass der 24-Jährige seinen Lebensunterhalt unter anderem damit finanzierte, indem er Ebay-Konten knackte und hierüber Verkäufe abwickelte. Diese betrügerisch erlangten Einkünfte hob er später bei Bedarf am Geldautomaten ab.

Das gegen ihn geführte komplexe Ermittlungsverfahren umfasst unter anderem den Vorwurf des Ausspähens von Daten, der Datenveränderung, Urkundenfälschung, Fälschung beweiserheblicher Daten, des Betruges und des Computerbetruges. Die Cybercrime-Ermittler gehen von einer hohen Anzahl Geschädigter aus. Allein die bisherige Schadenssumme beläuft sich derzeit auf mindestens 15000 Euro.

Auf Grundlage der Ermittlungsergebnisse beantragte die Staatsanwaltschaft Göttingen im März beim Amtsgericht Göttingen Haftbefehl gegen den 24-Jährigen und einen Durchsuchungsbeschluss für dessen Wohnung. Bei der Umsetzung am Mittwochmorgen vergangener Woche fanden die Beamten mehrere gefälschte österreichischer und italienische Ausweise, 1600 Euro Bargeld und eine Vielzahl digitaler Speichermedien wie Laptops, Smartphones, Speicherkarten und USB-Sticks, deren Auswertung zurzeit noch andauert.

Der Tatverdächtige wurde noch am selben Tag beim Amtsgericht Göttingen vorgeführt. Der Haftrichter erließ Untersuchungshaftbefehl wegen gewerbsmäßigen Betruges. Seitdem befindet sich der 24-jährige in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf. Die Ermittlungen dauern an.

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