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Polizei stellt NPD in ganz rechte Ecke

Kundgebung in Göttingen Polizei stellt NPD in ganz rechte Ecke

Mit friedlichen Protesten haben mehr als 500 Göttinger am Sonnabendvormittag ihren Unmut gegen einen Aufzug von 40 NPD-Anhängern auf dem Bahnhofsvorplatz kundgetan. Die Polizei hatte den Rechtsradikalen einen Platz am äußersten rechten Rand zugewiesen. Die Deeskalations-Strategie der Polizeiführung ging auf.

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Quelle: CH

Göttingen. Es herrschte geradezu Volksfeststimmung, als kurz vor 10 Uhr klar war, dass den NPD-Gegnern der ganze Vorplatz überlassen bleibt, solange der Reiseverkehr nicht gestört wird. Etliche Linke hatten die ganze Nacht dort verbracht und mehr als 40 Zelte aufgebaut. Die NPD-Kundgebungsteilnehmer, darunter Thorsten Heise und Landratskandidat Jens Wilke, hielten ihre Reden, ohne dass jemand anderes als die Anhänger etwas vernehmen konnte. Dafür sorgte lautstarker Protest. Weil die Polizei außerdem dafür gesorgt hatte, dass sich die 500 Gegner auf großer Fläche hinter weiträumiger Absperrung verteilen konnten, blieb alles friedlich. Dazu trugen auch die Lautsprecherdurchsagen bei, in denen die Polizei ihr Handeln jeweils erklärte und Begründete. Außerdem wurde immer wieder zu Ruhe aufgerufen, und vielfache Gespräche mit den Bündnispartnern hatten nach der gewalttätigen Demo vor 14 Tagen diesmal für mehr Besonnenheit gesorgt. ck/us

Den Liveblog zur Demonstration können Sie hier noch einmal nachlesen.

NPD: Wöchentliche Demo

Polizeibegleitung schon im Zug ab Heiligenstadt, mit dem Lastenaufzug vom Bahnsteig in den Keller, durch einen Seiteneingang zur kleinen abgesperrten Fläche in der rechten Ecke des Areals: Faktisch waren die etwa 45 angereisten NPD-Mitglieder am Sonnabend nur eine Randerscheinung vor dem Göttinger Bahnhof.
Eine Situation, die sie hörbar verärgerte: Wütend beschimpften mehrere Redner immer wieder die Polizeiführung, die Göttinger Stadtverwaltung und die  Protestierenden auf der anderen Seite der Gitter. Zuvor hatten sie die Polizei vergeblich aufgefordert, bis zum angemeldeten und auch genehmigten Platz neben dem Bahnhofseingang vorrücken zu können, die Polizei gewährte ihnen nur ein paar Meter zusätzlichen Raum.
Die Zeit der Absprachen auf Augenhöhe mit der Polizei sei damit vorbei, drohte Jens Wilke, Kandidat der NPD zur Göttinger Landratswahl und Anmelder der Veranstaltung. Zugleich kündigte er „ab sofort“  wöchentliche NPD-Aktionen in Göttingen an. Unterstützt wurde Wilke von Thorsten Heise, führendes Mitglied der NPD auf Bundesebene. Heise polemisierte gegen Asylsuchende, Göttinger Professoren und Ratsparteien. Mitglieder der Antifa bezeichnete er als Faschisten. Ingo Helge vom Landesvorstand der NPD Niedersachsen übernahm den gemäßigteren Redepart und warb für eine hohe Beteiligung bei der Kommunalwahl. Zum Abschluss sangen die NPD-Anhänger das Deutschlandlied. Alle drei Strophen – verboten ist das nicht.

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Nach der Demonstration vor dem Göttinger Bahnhof ist die NPD am Sonnabendnachmittag auch durch Adelebsen marschiert. Auf goettinger-tageblatt.de können Sie die Ereignisse im Liveblog noch einmal nachlesen.

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