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Polizei verstärkt den Streifendienst

35 neue Mitarbeiter in der Polizeiinspektion Göttingen Polizei verstärkt den Streifendienst

„Ich schätze den Streifendienst schon am gefährlichsten ein“, sagt Felix Nörthemann. Darauf habe er sich im Vorfeld aber eingestellt. Der 31-Jährige ist einer von 35 Neuen bei der Polizeiinspektion Göttingen (PI), die ihren Dienst am 1. Oktober angetreten haben.

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Das Gebäude der Polizei Göttingen in der Groner Landstraße.

Quelle: dpa

Göttingen. Er war zuvor bei der Bereitschaftspolizei, verstärkt jetzt den sogenannten ESD - den Einsatz- und Streifendienst.

„Die Bedrohungen liegen momentan im Bereich Islamismus, Wohnungs- und KFZ-Einbruch“, erklärt der leitende Polizeidirektor Thomas Rath. „Die müssen wir auf der Straße bekämpfen.“ Daher sei jeder Mann mehr draußen ein Sicherheitsgewinn. Die Gesamtstärke von rund 510 Vollzugsbeamten in der PI habe sich durch die Neuzugänge allerdings nicht erhöht, sagt Rath. Sie seien Ersatz für Abgänge. Selbst wenn es der politische Willen wäre, hier mehr Polizisten einzustellen, würden die frühestens in vier Jahren in Göttingen ankommen.

Wenn also der Streifendienst jetzt gestärkt werden solle, sei das nur zu Lasten anderer Bereiche möglich, erklärt Rath weiter. Als Teil der Umstrukturierung sei daher der Verkehrsunfalldienst aufgelöst worden. Bis 2020 soll es außerdem nur noch zwei Kontaktbereichsbeamte in Göttingen geben, die Innenstadtwache werde nur noch mit sechs statt elf Kollegen besetzt und auf den acht Dienststellen im Landkreis werde die Zahl der Kollegen in etwa halbiert.

Kernsatz: Beamte aus verschiedenen Bundesländern bewerben sich in Göttingen

Nach den bisherigen Maßnahmen habe Göttingen aktuell 15 Kollegen mehr im ESD. Damit könne er einen Streifenwagen rund um die Uhr besetzen., sagt Rath. Durch die Zugänge ist der Alterdurchschnitt in der PI von bisher 46 Jahren leicht gesunken, der Frauenanteil durch elf neue Kolleginnen etwas gestiegen. „Da liegen wir immer noch etwas unter dem Landesdurchschnitt“, sagt Personalchef Stephan Bartels. Zudem käme keiner der neuen Kollegen direkt von der Akademie. „Dazu ist Göttingen zu beliebt“, sagt Rath mit leichtem Stolz. Viele Beamte aus Niedersachsen, aber auch aus Nordhessen oder Westthüringen, bemühen sich um Versetzung nach Göttingen.

Wie Niklas Gecius. Der gebürtige Eichsfelder ist von Hildesheim zurück nach Göttingen gewechselt. Weil es ihn in die Heimat zog, aber auch, weil die Arbeit hier anders sei. Vielseitiger, mit mehr Kontakt zu jungen Leuten. Wie sein Kollege Nörthemann auch hat er den Streifendienst dem Dienst bei der Bereitschaftspolizei vorgezogen. Ob er das für den Rest seiner Dienstzeit machen wolle, vermag der 29-Jährige noch nicht zu sagen. „Die Polizeiarbeit bietet so viele Möglichkeiten.“

Übrigens auch die Möglichkeit, über das Alter von 62 Jahren hinweg Dienst zu tun. Um die Personalstärke bei Bedarf zu erhöhen, sei das keine geeignete Option, sagt Rath. Und Bartels ergänzt: „Aus dem ESD hatten wir da bis heute noch keine Anträge.“

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