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Fallzahlen „mehr als verdoppelt“

Polizeidirektion über linke Gewalt Fallzahlen „mehr als verdoppelt“

Nach den Ausschreitungen der linken Szene anlässlich des G20-Gipfels in Hamburg hat die Polizeidirektion Göttingen eine vorläufige Bilanz linker Gewalt in der Region gezogen. Ergebnis: ein deutlicher Anstieg einschlägiger Taten.

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Der Polizei zufolge stiegen die verzeichneten Gewalttaten vor allem wegen Auseinandersetzungen zwischen Antifaschisten und dem "Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen"

Quelle: Archiv

Göttingen. Danach ist die Zahl der erfassten Straftaten aus der linken Szene im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion von 174 im Jahr 2015 auf 337 Delikte im Jahr 2016 gestiegen - fast eine Verdopplung der Fallzahl.

Ein Brennpunkt liege weiterhin klar im Bereich der Polizeiinspektion Göttingen. "Die Fallzahlen der Vorjahre“, teilt die Pressestelle mit, „werden in der Polizeiinspektion Göttingen deutlich überstiegen und haben sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Fazit: „Somit lässt sich konstatieren, dass das Jahr 2016 im Bereich der PI Göttingen zahlenmäßig hinsichtlich der registrierten linksmotivierten Straftaten ganz deutlich herausragt“: Im Jahr 2015 verzeichnete die Göttinger Polizei insgesamt 99 Straftaten, im Folgejahr 226.

Analog zum Anstieg der Straftaten insgesamt erhöhte sich auch die Zahl der Gewaltdelikte im Bereich der übergeordneten Polizeidirektion Göttingen von 30 im Vorjahr auf 116 Taten in 2016. Zur Polizeidirektion gehören die Inspektionen Göttingen, Hameln-Pyrmont/Holzminden, Hildesheim, Nienburg/Schaumburg und Northeim/Osterode. Auch hier bildete die Polizeiinspektion mit 101 Delikten den klaren Schwerpunkt, erklärt die Pressestelle:

„Die Gewaltkriminalität liegt dort um ein mehrfaches über den Zahlen der vergangenen fünf Jahre.“ Dabei sei „das insgesamt steigende Straftatenaufkommen ist im Wesentlichen auf die Zunahme der Delikte im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen zwischen der Göttinger linken Szene und der sogenannten ,Volksbewegung Niedersachsen' – dem früheren 'Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen' - beziehungsweise den Burschenschaften zurückzuführen“.

Generell sei die linke Szene, hat die Polizei beobachtet, „in der Lage, politische Themen tagesaktuell aufzugreifen und für eine Mobilisierung der Szeneangehörigen zu nutzen“.

Nicht nur im Zusammenhang mit Veranstaltungen, sondern auch davon losgelöst, sei weiterhin von einer hohen Gewaltorientierung der linksextremistischen Szene auszugehen. Dabei hänge das jeweilige Mobilisierungs- und Gewaltpotenzial unter anderem davon ab, „ob dem Veranstaltungsthema ein emotionalisierender Bezug zu aktuellen oder vergangenen Ereignissen innewohnt und es darüber hinaus in breiten Teilen der Szene Konsens findet“.

Der Göttinger Polizeipräsident Uwe Lührig will bei der Beurteilung von Gewalt auch künftig auf keinem Auge blind sein: „Wir gehen weiterhin konsequent gegen politisch motivierte Straftäter vor und machen hierbei keine Unterschiede. Das war in der Vergangenheit so und das werden wir auch zukünftig genauso fortführen.“

Raketen und Grafitti

In den vergangenen Tagen hat die Polizeiinspektion Göttingen mehrere Straftaten im Zusammenhang mit dem von linksmotivierter Gewalt überschatteten G20-Gipfel in Hamburg registriert. Darunter war auch ein Angriff auf das Polizei-Dienstgebäude an der Groner Landstraße 51 mit Feuerwehrraketen, teilt die Polizeidirektion Göttingen mit.

Danach bemerkten Wachhabende des Einsatz- und Streifendienstes im Dienstgebäude in der Nacht zum Sonnabend, 8. Juli, um kurz nach 1 Uhr Knallgeräusche und Lichtblitze im Zufahrtsbereich der Dienststelle. Offenbar hatten eine oder mehrere unbekannte Personen zwei Silvesterraketen in Richtung des Dienstgebäudes abgefeuert. Eine der Raketen fanden die Beamten im Gebüsch rechts neben dem Fußweg zum Haupteingang, die zweite auf der Wiese vor dem äußeren Zaun in Höhe der Fahnenmasten. Eine sofortige Fahndung im Nahbereich blieb ohne Erfolg, erklärt die Polizei. Schäden oder verletzte Personen gab es nicht.

Außerdem registrierte die Göttinger Polizei am Gebäude der Staatlichen Universitätsbibliothek eine Sachbeschädigung in Form eines Grafitto. Unbekannte hatten in der Nacht zum 4. Juli in der Farbe Lila den Schriftzug „NO G20“ an die Mauer gesprüht.

Der Schriftzug ist 1,60 Meter lang und 50 Zentimeter hoch. Weitere Schriftzüge im Innenstadtbereich fanden sich am Gebäude der ehemaligen JVA Göttingen ebenso wie diverse weitere Schriftzüge wie „Göttingen goes G20“ und „Grenzenlose Solidarität statt G20“.

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