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Pollenfalle Lenglern: Saison in Göttingen und Region hat begonnen

Bald fliegt die Birke Pollenfalle Lenglern: Saison in Göttingen und Region hat begonnen

Die Pollenflugsaison in Göttingen und Region hat begonnen: In den vergangenen Tagen sind in der Pollenfalle des Evangelischen Krankenhauses in Lenglern vor allem Erlen- und Haselpollen gefunden worden.

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Pollenauszählung: Britta Plessow bei der Arbeit.

Quelle: Rampfel

Göttingen /Lenglern. Allergiker bemerken das an tränenden Augen und dem sogenannten Heuschnupfen.

Auch der Deutsche Wetterdienst listet in seinem Pollenflugindex für das östliche Niedersachsen bereits  eine mittlere bis hohe Belastung mit Eschenpollen sowie eine mittlere bis geringe Belastung mit Birken-, Erlen- und Haselpollen auf.

„Während Hasel- und Erlenpollen im März stark geflogen sind, nimmt deren Anzahl zurzeit wieder ab. Derzeit fliegen vermehrt Pollen von Esche, Weide, Pappel und Eiben“, sagt Edgar Mönkeberg, Mitarbeiter im Krankenhaus Lenglern. Diese seien jedoch nicht sehr Allergie auslösend.

Dreimal wöchentlich werden  in Lenglern die in einem Filter gefangenen Pollen gezählt. Für die nächsten warmen Tage erwartet Mönkeberg jetzt die ersten Birkenpollen – darauf reagieren viele Menschen allergisch.

In Lenglern steht eine von bundesdesweit 45 Pollenfallen. Mit Hilfe einer Vakuumpumpe saugt die Pollenfalle 10 Liter Luft pro Minute an. Im Innern werden die Pollen auf einem mit Vaseline beschichteten  Plastikstreifen fixiert. Die Pollen können dann unter dem Mikroskop analysiert werden. 

Die Falle, die auf dem Dach der Klinik steht, wird montags, mittwochs und freitags geleert. Die Daten werden für Pollenflugvorhersagen an den Deutschen Wetterdienst weitergegeben.

Homöopathie hilft nicht

Interview mit Prof. Thomas Fuchs, Allergologe an der Universitätsmedizin Göttingen

Die Pollenflugsaison hat begonnen und damit  auch die Allergiesaison. Was hilft den Patienten wirklich?

Auf jeden Fall sollten Allergiker etwas tun. Zu viele Patienten unternehmen entweder gar nichts oder nicht genug. Rezeptfreie Medikamente aus der Apotheke reichen oft nicht aus, sie sind nicht immer auf dem neusten Stand. Neue, effektive Heuschnupfen-Medikamente gibt es nur auf Rezept. Man sollte also unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Heuschnupfen ist lästig, aber ist er auch gefährlich?

Er kann gefährlich werden. Zum einen können über Jahre unbehandelte – oder unzureichend behandelte – Beschwerden zu chronischen Atemwegserkrankungen führen. Wir kennen Patienten, die kaum noch ohne Atemnot die Treppe hinauf kommen. Zum anderen geht die Pollenallergie oft mit einer Nahrungsallergie einher.

Und die ist gefährlicher?

Das kann man so nicht sagen. Aber viele Patienten haben nur die Pollen im Kopf und übersehen, dass sie auch von Lebensmitteln krank werden.

Wie häufig leiden Pollenallergiker auch unter einer Lebensmittelallergie?

Jeder zweite Patient, der auf Blütenstaub reagiert, reagiert auch auf Lebensmittel allergisch. Oft sind die Menschen völlig ahnungslos und probieren die unsinnigsten Diäten aus. Wir sehen aus diesem Grund nicht selten unterernährte Patienten.

Was hilft denn wirklich gegen Allergien?

Die medikamentöse Versorgung allergiekranker Menschen in Deutschland ist unzureichend. Neue Medikamente helfen, auch Cortisonspray kann für Linderung sorgen. Wer versucht, sich mit Homöopathie, Bachblüten oder Kupferarmbändern zu helfen, scheitert. Das führt definitiv in die Irre.

Die richtigen Medikamente können also helfen. Gibt es langfristige Strategien?

Wir erzielen mit der Hyposensibilisierung, der Allergie-Impfung,  sehr gute Erfolge. Die Behandlung, bei der Patienten dem Allergen gezielt ausgesetzt werden, erstreckt sich  über mindestens drei Jahre. Dadurch gewöhnen sich die Patienten langsam an das Allergen.

Diese Immuntherapie hilft auch, dass neue Allergien oder Asthma gar nicht erst entstehen. Damit sollte man aber nicht jetzt, sondern im Herbst beginnen. Die Krankenkassen bezahlen diese Therapie, dennoch wird sie viel zu selten verordnet.

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