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Prävention statt Nachsorge

Studie zu früher Problemhilfe bei Familien und Jugendlichen Prävention statt Nachsorge

Stadt und Landkreis Göttingen sollen ihre Familienzentrum finanziell und personell stärken, um Problemen in Familien frühzeitiger begegnen zu können. Das ist das Ergebnis einer Studie der Göttinger Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (Hawk).

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Stadt und Landkreis Göttingen sollen ihre Familienzentrum finanziell und personell stärken, um Problemen in Familien frühzeitiger begegnen zu können, so eine Studie.

Quelle: Meder

Göttingen. Stadt und Landkreis Göttingen hatten die Hawk mit der Untersuchung der bestehenden Hilfe- und Beratungssituation beauftragt. Den Hintergrund erläutert Marcel Riethig, Sozialdezernent des Landkreises: „Wir wollen mehr Prävention und weniger Nachsorge. Die Probleme sollen angegangen werden, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist.“ Das sei auch in Hinblick auf die Kosten sinnvoll: Die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in Pflegefamilien, Heimen oder anderen stationären Einrichtungen sei viel teurer als eine Vorsorge mit dem Ziel, den Problemen im Vorfeld zu begegnen.

Entwickelt werden sollte laut Hawk ein „Netzwerk Frühe Hilfen und Kinderschutz“ in Stadt und Landkreis Göttingen. Dabei könnten die bestehenden Familienzentren die Grundstruktur bilden, erklärte Birte Meyer von der Hawk. Die Zentren wüssten am besten Bescheid über die in den jeweiligen Gemeinden vorhandenen Angebote und könnten sich darüber vernetzen. Wünschenswert sei zudem eine Angleichung der Unterstützungsangebote der Familienzentren, so Meyer.

Bewährt habe sich beispielsweise der Babybesuchsdienst in der Gemeinde Staufenberg oder die Begrüßungsmappe, die in Hann. Münden an Familien mit Neugeborenen ausgegeben werden, erklärte Angela Schmiedel-Richter, Leiterin des Jugendamtes des Landkreises Göttingen. Beides könne bei auftretenden Problemen die Hemmschwelle bei der Kontaktaufnahme mit dem Jugendamt deutlich senken.

Es sei klar, betonten Siegfried Lieske, Sozialdezernent der Stadt Göttingen, und sein Kreis-Kollege Riethig, dass ein solches Netzwerk Geld koste. Eine weitere gute Idee, erklärte Lieske, sei es, die Familienzentren eng an die Kindertagesstätten in der Nähe anzubinden, um auch auf diesem Wege Probleme frühzeitig zu erkennen.

Die Hawk-Studie wurde unter anderem von der Klosterkammer und dem Land Niedersachsen unterstützt. Heike Bludau von der Landeskoordinationsstelle Bundesstelle Frühe Hilfen bezeichnete das Vorgehen von Stadt und Landkreis als vorbildlich für ganz Niedersachsen.

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