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Präventionsabend der Polizei

Wohnungseinbrüche Präventionsabend der Polizei

Die sprunghaft angestiegene Zahl der Wohnungseinbrüche im Bereich Göttingen bringt die Präventionsarbeit der Polizei an ihre Grenzen: Bis auf weiteres wird es keine individuellen Hausbesuche der Berater der Polizei mehr geben.

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Wie kann man sich schützen? Die Göttinger Polizei informierte zu Einbrüchen.

Quelle: Heller

Göttingen. Das kündigte Jacqueline Emmermann, Leiterin des Präventionsteams der Göttinger Polizei, bei einem Beratungsabend am Donnerstag in der Polizeiwache in Weende an. Die Nachfrage nach Hausbesuchen sei sehr groß gewesen, aber: „Wir würden gerne weitermachen, aber wir schaffen es einfach nicht mehr.“

Die Sorge ist groß

Stattdessen setzen die Präventionsexperten jetzt vermehrt auf Informationsabende – auch deshalb, weil sich so viel mehr Menschen erreichen lassen. Der Abend in der Weender Polizeiwache bewies denn auch, wie groß die Sorge der Bürger in Sachen Wohnungseinbrüche ist: Mit gut 100 Besuchern war der Andrang etwa doppelt so groß wie bei vorherigen Info-Tagen zum Thema. Unbegründet ist das nicht: Wurden im Jahr 2013 noch 319 Wohnungseinbrüche registriert, waren es ein Jahr später bereits 338, und im vergangenen Jahr gab es einen dramatischen Anstieg auf 513 Fälle.

Präventionsexperte Marko Otte lieferte zu Beginn Fakten: Die gute Lage mit den Autobahnen 7 und 38 locke die Täter an. Etwa die Hälfte der Einbrüche seien nicht professionellen Banden, sondern „niedrigschwelligen“ Motiven wie beispielsweise Beschaffungskriminalität zuzuordnen. 240 der 513 Einbrüche des Jahres 2015 seien tagsüber begangen worden, erläuterte Otte. Bevorzugte Tageszeit hier: 15 bis 21 Uhr.

„Mechanik vor Elektronik“

Haupteinbruchsmethode: das Aufhebeln von Fenstern und Terrassentüren mit Schraubendrehern oder Brecheisen. Das dauere im Regelfall „nur wenige Sekunden“, meinte Otte. Hier lasse sich mit überschaubarem finanziellen Einsatz die Sicherheit deutlich erhöhen. Der Grundsatz hier: „Mechanik vor Elektronik“.

Tipps zur Abschreckung von Einbrechern

  • Die Wohnung sollte immer einen bewohnten Eindruck machen (Zeitschaltuhr für Licht, keine Zeitungsstapel im Briefkasten etc.)
  • Die zum Haus gehörende Garage nicht offenstehen lassen (Auto weg = Bewohner weg)
  • Haus- und Eingangstür IMMER abschließen, nach Möglichkeit zweifach
  • Fenster und Türen an schlecht einsehbaren Orten besonders gut sichern
  • Mülltonnen, Leitern und andere Gegenstände, die als Einstiegshilfen dienen können, wegschließen
  • Nichts Wertvolles in offenen Schuppen, Verschlägen etc. aufbewahren
  • Verdächtige Personen, Geräusche oder andere Beobachtungen umgehend bei der Polizei melden
  • Außenbeleuchtung installieren
  • Fenster nicht auf Kipp stellen
  • Hilfreich: eine gute Nachbarschaft, die hin- statt wegguckt. hein

Wichtig dabei sei, sich an erfahrene und zertifizierte Firmen zu wenden und nicht mit Technik aus dem Internet zu experimentieren. Für die gleichnamige Göttinger Sicherheitsfirma bezifferte Gerald Wiese die Kosten für die Sicherung einer Wohnungstür auf vielleicht 220 Euro plus Einbau.

Bevorzugte Jahreszeit der Einbrecher sei die Zeit von September bis März, und hier vor allem die Monate November bis Januar. In der dunklen Jahreszeit fühlten sich die Täter besser vor Entdeckung geschützt, meinte Otte. Im Bereich Göttingen erfreulich: 2015 wurden 32,5 Prozent aller Wohnungseinbrüche aufgeklärt. Im Landesschnitt, so Otte, liege die Quote bei nur 22 Prozent.

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