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Weiße Kreuze markieren Unfallschwerpunkte

Präventionskampagne der Polizei Göttingen Weiße Kreuze markieren Unfallschwerpunkte

Berufsschüler haben am Donnerstag mit Polizei, Verkehrswacht und weiteren Behörden die ersten von zwölf weißen Kreuzen an Straßen im Raum Göttingen aufgestellt. Sie markieren Bereiche, an denen mehrfach auch junge Fahranfänger verunglückt sind. Es war zugleich der Start für eine Präventionskampagne der Polizei.

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Mahnung: Berufsschüler, Polizei und weitere Behördenvertreter aus Stadt und Landkreis stellen weiße Kreuze bei Scheden auf.

Quelle: Peter Heller

Göttingen. Es sind nur Bilder. Vorbeiziehende Bilder auf einer Leinwand von 48 Kreuzen an Straßen im Landkreis Göttingen. Jedes Kreuz steht für einen jugendlichen Toten, gestorben bei einem Verkehrsunfall. Die Bilder schocken, obwohl kein Blut fließt - und sie machen nachdenklich. Minutenlang ist es ganz still im Medienzentrum der Berufsbildenden Schulen II (BBS II) in Göttingen. 150 Schüler, überwiegend junge Männer im Alter von 17 bis 19, sehen diese Bilder, aber kaum ein Ton ist zu hören. Sie sind die Zielgruppe, die Jörg Arnecke als Verkehrssicherheitsberater der Göttinger Polizei mit der neuen Kampagne ansprechen will. Mit im Boot der Präventionskampagne, die jetzt durch weitere Schulen ziehen soll: Jugendrichter Oliver Jitschin und Peter Hüttenmeister, Vorsitzender der Verkehrswacht Göttingen. Und Schüler aus einer Berufsvorbereitungsklasse Metall der BBS II - darunter einige Flüchtlinge. Sie haben mit ihrem Lehrer Nico Goy 1,50 Meter große Holzkreuze mit Metallfuß erstellt und die ersten am Donnerstag an der B 3 im Groner Holz und im Bereich der Schedener Kurven aufgestellt.

Die mahnenden Kreuze sollen zeigen, wo es besonders gefährlich ist und wo sich besonders viele Unfälle ereignen. In den Schedener Kurven hat die Polizei in den vergangenen zwei Jahren acht und zehn Unfälle registriert, am Groner Holz 17 und acht. Die Standorte für die weiteren Kreuze würden noch ausgewählt, so Arnecke. Gepflegt würden sie künftig von der Verkehrswacht.

Junge und unerfahrene Fahranfänger seien besonders gefährdet im Straßenverkehr - und um ein Vielfaches häufiger an Unfällen beteiligt als andere Altersgruppen, erklärte Arnecke. Die neue Ursache Nummer eins dabei: Smartphones. Telefonieren am Steuer erhöhe das Unfallrisiko um das bis zu Fünffache, Texten und Lesen von Nachrichten um das 23-Fache. Ein Sekundenblick aufs Handy „sind 30 Meter Blindflug“, so der Polizist. Nach wie vor gehörten aber auch Alkohol und Drogen zu den häufigen Unfallursachen: Schon 0,4 Liter Bier reichten aus für 0,3 Promille Alkohol im Blut. Die Zahlen lassen die 150 Schüler grübeln, noch viel mehr aber die ganz persönlichen Berichte von Arnecke und Jitschin: über schwere Unfälle, Täter vor Gericht und über das Leid der Angehörigen verunglückter Fahranfänger.

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Unfälle in Göttingen
K. Weidemann

„So viele Tote - das ist krass.“ Obwohl Karoline Weidemann viele Informationen aus früheren Präventionseinheiten kannte, ist sie beeindruckt - besonders von der Fotoreihe mit den Kreuzen „und dem sehr nahe gehenden Lied dazu“. Und Handy am Autosteuer?

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