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Pro City-Managerin Breyer will Göttingens Charme erhalten

Tageblatt-Interview Pro City-Managerin Breyer will Göttingens Charme erhalten

Seit dem 1. Dezember 2014 ist Frederike Breyer Geschäftsführerin von Pro City. Nach einem halben Jahr zieht die Göttinger City-Managerin im Gespräch mit Markus Riese ein erstes Zwischenfazit.

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Frederike Breyer, Geschäftsführerin von Pro City in Göttingen.

Quelle: EF

Frau Breyer, Sie sind jetzt seit einem halben Jahr Geschäftsführerin der Pro City GmbH. Ganz allgemein gefragt: Wie fällt Ihr erstes Fazit nach sechs Monaten aus?
Ich bin vor allem durch die gute Zusammenarbeit mit dem Vorstand und die vielen Ideen, die es dort gibt, sehr positiv gestimmt. Es ist deutlich zu erkennen, dass die Innenstadt vielen Akteuren am Herzen liegt. Nun ist es wichtig diese Impulse aufzunehmen und umzusetzen. Wir werden bereits in diesem Jahr einige neue Aktionen durchführen.

 
Die Georg-August-Universität ist nun seit einiger Zeit Gesellschafter bei Pro City. Welche Impulse hat diese Zusammenarbeit bisher für Sie gebracht, und wo gibt es noch Optimierungsbedarf?
Die Georg-August-Universität ist ein wertvoller Gesellschafter mit vielen neuen Impulsen. Für Studierende und Mitarbeiter der Universität ist eine lebendige und attraktive Innenstadt sehr wichtig. Um dem Namen „Universitätsstadt“ gerecht zu werden, ist ein Zusammenrücken von Universität und Pro-City wichtig. Wir präsentieren uns nicht nur auf der Praxis-Börse, sondern auch bei universitären Veranstaltungen wie den Studieninformationstagen oder der  Immatrikulationsfeier. Außerdem planen wir eine zusätzliche Aktion um im Wintersemester den neuen Studierenden die Innenstadt zu zeigen und auf die Möglichkeiten in der Stadt hinzuweisen. Durch das große Engagement von Frau Prof. Beisiegel macht die Zusammenarbeit viel Freude.

 
Sie haben in Einbeck maßgeblich das überregional bekannte Eulenfest über mehrere Jahre erfolgreich mitgestaltet. Wo sehen Sie Parallelen zum Göttinger Gänseliesel-Fest, und welche Erfahrungen aus Einbeck können Sie in Göttingen einbringen? Und generell: Wie kann Göttingen von anderen Städten lernen, wenn es darum geht, die Attraktivität der City zu verbessern?
Es macht immer Sinn sich umzuschauen was andere Städte tun, das Rad muss meist nicht neu erfunden werden. Wichtig ist aber auch darauf zu achten, dass Aktionen zu der Stadt passen. Das Eulenfest gehört beispielsweise nach Einbeck, das Gänseliesel-Fest nach Göttingen. Meine Erfahrungen aus Einbeck helfen mir allerdings bei der täglichen Arbeit. Die Abläufe sind sehr ähnlich, auch wenn sich Inhalte unterscheiden. Aber nur weil Veranstaltungen in anderen Städten funktionieren, kann man sie nicht einfach nach Göttingen übertragen. Jede Stadt hat ihre eigenen Schwerpunkte und eigenen Charakter.

 
Göttingen ist für Sie ja kein unbekanntes Terrain. Was hat sich Ihrer Meinung nach in den vergangenen Jahren in der Außenwirkung der Innenstadt positiv verändert, und wo sehen Sie noch Gestaltungspotenziale?
Für mich ist vor allem wichtig, dass die Aufenthaltsqualität stimmt. Als Göttinger geht man gerne in die Innenstadt, weil man in angenehmer Atmosphäre shoppen und Freunde treffen kann. Wir müssen vor allem daran arbeiten, dass dieses Gefühl erhalten bleibt. Dazu gehört für mich beispielsweise den Charme der Seitenstraßen zu erhalten. Städtebauliche Gestaltungspotentiale liegen auch in der Groner Straße, die hoffentlich nach dem Umbau im kommenden Jahr zu neuem Leben erwacht.

 
„Göttingen zieht an“ war zuletzt wieder ein großer Erfolg, auch ohne zentralen Laufsteg mit Modenschauen. Das Gänseliesel-Fest mal ausgenommen: Brauchen verkaufsoffene Sonntage eigentlich noch ein Beiprogramm, um erfolgreich sein zu können?
Ich denke schon, dass verkaufsoffene Sonntage ein Rahmenprogramm brauchen um die Menschen in die Stadt zu locken. Bei „Göttingen zieht an“ gab es in diesem Jahr zwar keinen Laufsteg mit Modenschau,  dafür aber vielfältige Angebote in der ganzen Innenstadt. Weil es fast an jeder Straßenecke etwas zu sehen gab,  haben sich die Besucher in der kompletten Innenstadt verteilt. 

 
Sie sprechen die Mitglieder von Pro City inzwischen noch gezielter an, bieten beispielsweise Impuls-Vorträge und weiterhin auch die sogenannten „Treffpunkte“ zum Gedankenaustausch an. Wie werden diese Angebote angenommen, und was ist in dieser Richtung noch geplant?
Wir laden regelmäßig alle 2-3 Monate unsere Mitglieder zu den Treffpunkten ein. Die Abende beginnen immer mit einem Impulsvortrag zu verschiedenen Themen. Das Angebot wird sehr gut angenommen, die letzten Treffpunkte wurden mit Maximilian von Düring und Sebastian Mauritz durchgeführt. Wir möchten unseren Mitgliedern etwas zurückgeben und ihnen einen Informationsvorsprung bieten. Im Anschluss an die letzten Treffen haben wir deshalb weiterführende Workshops bei den Referenten angeboten, die Pro City finanziell bezuschusst. Die beiden haben über so spannende Themen gesprochen, dass wir jeweils eine rege Nachfrage nach den Workshops hatten. Im Laufe des Jahres werden wir zu weiteren Terminen einladen, in denen es beispielsweise um städtebauliche Fragen oder die Kooperation mit der Universität gehen wird.

Mal ganz konkret gefragt: Was bieten Sie potenziellen Neu-Mitgliedern konkret an? Wenn ich ein Geschäft in Göttingen eröffne – warum sollte ich dann unbedingt Pro-City-Mitglied werden?
Es gibt viele gute Gründe Mitglied bei Pro-City zu werden! Zunächst wird man damit Teil eines starken Netzwerkes. Pro-City ist das Sprachrohr und die Interessenvertretung der Innenstadt in Politik und Rathaus, wir setzen uns für die Stärkung des Handelsstandortes ein. Je mehr Mitglieder wir haben, desto gewichtiger ist unsere Stimme. Wir sind bei allen relevanten Themen präsent und können Informationen gezielt an betroffene Mitglieder weitergeben. Außerdem stehen wir natürlich für diverse Marketingaktionen für die Innenstadt. Die großen Veranstaltungen, aber auch Zeitungsbeilagen um in anderen Städten für Göttingen zu werben, können durch uns gemeinsam abgestimmt und durchgeführt werden. Wir organisieren eine Vielzahl an großen und kleinen Aktionen um die Innenstadt lebendig zu erhalten, wodurch nicht nur die Geschäftsinhaber, sondern auch die Einwohner Göttingens, profitieren. Standortmarketing kann nur aus einer Hand funktionieren um einer breiten Bevölkerung in und um Göttingen die Attraktivität des Standortes zu vermitteln.

 
Am 18. Juli steht wieder das große Gänseliesel-Casting im s-spot an. Auf welche neuen Innenstadt-Aktionen darf sich das kommende Gänseliesel besonders freuen?
Es gibt einige neue geplante Innenstadt-Aktionen, gleichzeitig werden wir aber auch die erfolgreich bestehenden Projekte weiter durchführen. Das Veranstaltungsprogramm ist bunt und es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Als erste Pro-City Veranstaltung wird das neue Gänseliesel den Abend „Himmlische Lichter und Mehr“ am 16. Oktober erleben. In Kooperation mit der Nacht der Kirchen möchten wir einen stimmungsvollen Abend kreieren. Die Geschäfte der Innenstadt haben länger geöffnet und in den Innenstadtkirchen gibt es für die Besucher verschiedene Programmpunkte. Zusätzlich werden Gebäude in der Innenstadt durch Illuminationen neu in Szene gesetzt.

 
Auch die Nacht der Kultur steht in wenigen Wochen wieder vor der Tür, genauer gesagt am 26. Juni. Was dürfen die Besucher in diesem Jahr erwarten?
Bei dieser Pro-City Veranstaltung wird von Klassik bis zum Kinderprogramm ein großes Spektrum geboten. Mit mehreren Open Air Bühnen und größtenteils Göttinger Künstlern wird für gute Unterhaltung und für eine tolle Atmosphäre gesorgt. Zahlreiche Kultureinrichtungen aus dem gesamten Stadtgebiet beteiligen sich an dem diesjährigen Programm.

 
Unter anderem sorgen das Apex, Nörgelbuff, die St. Michaels-Kirche, Stadtbibliothek, Städt. Museum, JT, DT, und verschiedene Galerien, usw. auch in diesem Jahr für ein spannendes Programm. Auch die St. Jacobi-Kirche ist mit einem Konzert für 8 Klaviere und Orgel dabei. Als weiteres Highlight werden die Göttinger Entsorgungsbetriebe eine Chill-Lounge auf dem Kornmarkt zur Verfügung stellen. Dort können sich unsere Besucher für einen Moment auch mal entspannen.
Die großen Bühnen werden am Wochenmarkt, am Wilhelmsplatz, am Marktplatz, in der Pauliner Straße und der Barfüßer Straße stehen. Hier kann zu Künstlern wie der Uni-Bigband XYJazZ, It’s me, Cris Cosmo oder Querbeat getanzt und gefeiert werden. Ein Highlight wird der Auftritt von Seven Up auf dem Wilhelmsplatz. Göttingens beste und erfolgreichste acapella Formation hat sich auch weit über die Stadtgrenzen hinaus einen Namen gemacht.  
Wie auch letztes Jahr wird einer der Höhepunkte das Göttinger Symphonie Orchester unter der Leitung ihres Chefdirigenten Christoph-Mathias Mueller sein. Auf dem Marktplatz ist ab 20 Uhr ein fulminantes Konzert zu hören, Sitzplatz-Karten können bereits im Vorfeld für einen Preis von zehn Euro bei der Tourist-Information erworben werden.
Dank der Sponsoren können die Besucher fast alle Veranstaltungen kostenfrei genießen.
Das vollständige Programm wird rechtzeitig im Internet unter www.procity.de zu entnehmen sein.

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