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Prominente schenken im Göttinger „Kauf Park“ für Tageblatt-Weihnachtshilfe aus

Aktion für die gute Sache Prominente schenken im Göttinger „Kauf Park“ für Tageblatt-Weihnachtshilfe aus

600 Liter Erbsensuppe, 24 Prominente aus Stadt und Landkreis Göttingen an der Schöpfkelle, 50 gemeinnützige Einrichtungen mit ihren Angeboten und viele, viele Kunden des „Kauf Parks“ – das alles ergibt eine gelungene Benefizaktion zugunsten der Tageblatt-Aktion „Keiner soll einsam sein“. Und ganz nebenbei, zwischen zwei Kellen Suppe, die frohe Botschaft: Die Göttinger Bonifatius-Schule II ist gerettet.

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Der stellvertretende Chefredakteur des Tageblatts (r.) beim Suppenausschank.

Quelle: Heller

Göttingen. „Eine gesegnete Suppe“ scherzte noch Centermanager Andreas Gruber, als er Dechant Wigbert Schwarze vors Mikrofon holte. Gerade hatte der sich mit Markus Bludau von der Volksbank unterhalten. Der ist Elternvertreter in der vom Bistum Hildesheim getragenen konfessionellen Oberschule und war begierig zu erfahren, wie es nach einem neuerlichen Gespräch mit dem Bischof um die Zukunft der Schule steht. Schwarze dazu: Noch habe er es nicht schriftlich, aber das Wort des Bischofs zähle. Die Boni II werde als ökumenische Schule weiter bestehen, weil er Bischof und Verwaltung habe überzeugen können, wie wichtig die katholische Schule, die mehr als 40 Prozent evangelische Schüler hat, für die Göttinger Schullandschaft sei.

Wie um dies zu beweisen, waren Boni-Mitarbeiter vom Förderverein auch bei der Aktion „Miteinander – Füreinander“ vertreten und verkauften im „Kauf Park“ selbstgemachte Marmeladen, Mini-Donuts und Handarbeiten. 50 solcher Einrichtungen, vom Rotary- und Lions-Club bis hin  zu „Menschen im Schatten“ stellten sich in den vergangenen Tagen im „Kauf Park“ vor. Fördervereine, Selbsthilfegruppen, Landfrauen und die Göttinger Tafel sowie der Mittagstich von St. Michael waren dabei.

Zu Mittag gab es reichlich: natürlich Erbsensuppe. Im Vorjahr war die schon weit vor Mittag alle. Diesmal schenkten 24 Prominente abwechselnd aus. 600 Liter insgesamt, zubereitet seit 3.30 Uhr vom DRK. Dazu Würstchen von Fleischerei Wulff, Brötchen von Bäckerei Thiele. Von 10 Uhr an herrschte steter Andrang vor den Stationen. Und weiter geht es mit den letzten Kübeln Suppe am Abend bei der Oldienight. Nebenbei übergab der „Kauf Park“ einen Scheck über 5000 Euro an die wohltätige Aktion des Tageblattes. Und auch der Erlös einer Benefiz-Tombola ging an die karitativen Teilnehmer von „Miteinander – Füreinander“.

Moderator Andreas Lindemeier und Centermanager Gruber knöpften sich die Helfer einzeln vor und verstrickten sie in manch unterhaltsamen Talk – gelegentlich auch in kleine Eigenwerbung. Der Polizeipräsident etwa, Uwe Lührig, gab schmunzelnd zu, wie toll sein Amt ist – er repräsentativ an der Kelle, und die Kollegen sorgen für Sicherheit. Oder Sparkassen-Chef Rainer Hald. Er half schon das 20. Mal mit. Immer wieder aber auch gab es ernste, nachdenkliche Worte. Der Terror von Paris war an diesem Sonnabendmittag bei keinem vergessen.

Von Jürgen Gückel

Besondere Unterstützung für „Keiner soll einsam sein“

Auch die Anzeigen-Zeitung Blick engagiert sich in diesem Jahr für die Tageblatt-Weihnachtshilfe „Keiner soll einsam sein“. Bei einer Auktion im amerikanischen Stil, die nach dem Suppenausschank auf der großen Bühne im Kauf Park ausgerichtet wurde und deren Erlös die Tageblatt-Weihnachsaktion unterstützt, wurden zwölf hochwertige Lose im Gesamtwert von mehr als 1500 Euro aufgerufen.

Die Preise stellten der Real-Markt und der Vodafone-Shop im „Kauf Park“ zu Verfügung. Vize-Gänseliesel Rebecca Claude präsentierte die Produkte, darunter ein iPad Air 2, zwei hochwertige Kaffeemaschinen, ein Soundsystem, ein nicht im Handel erhältlicher „Minions“-Trolley sowie eine Küchenmaschine, während Blick-Chefredakteur Markus Riese durch die Auktion führte.

Zahlreiche Bieter hatten sich vor der Bühne versammelt, um sich einen spannenden Kampf um die besten Schnäppchen zu liefern. Durch das amerikanische Auktionsprinzip, bei dem alle Gebote einen Festbetrag von zwei beziehungsweise fünf und zehn Euro hatten, wurde so lange weitergeboten, bis sich keine weiteren Bieter mehr fanden, die bereit waren, ein weiteres Gebot abzugeben. Der „Minions“-Trolley beispielsweise wechselte für mehr als 100 Euro den Besitzer – ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk für den Bieter und eine tolle Unterstützung für die Aktion „Keiner soll einsam sein“.          

mi

Gern mal aus- oder eingeschenkt

 Man lernt ganz neue Talente kennen bei solch einer Aktion: Andreas Lindemeier, die Stimme der BG, kann nicht nur moderieren. Er sei der einzige staatlich geprüfte Suppeneinschenker, verriet er am Sonnabend im „Kauf Park“, und griff selbst zur Kelle. Das Geheimnis: Schon 1972, bei den Olympischen Spielen, war er einer von 1700 Studenten und Bundeswehrsoldaten, die in München die Gäste verköstigten.

Heimlich üben kann nun auch Benjamin Wolf vom Tageblatt, der Macher der Benefiz-Aktionen für „Keiner soll einsam sein“. Ihm wurde vom „Kauf Park“ als Dank eine Suppenkelle mit Gravur geschenkt.

Als Routinier, der gern mal ausschenkt, „aber auch mal einen einschenkt“, erwies sich SPD-Landtagsabgeordneter Ronald Schminke. Er wäre nicht der streitbare Politiker, hätte er nicht hinzugefügt: „Wir in Südniedersachsen werden ja oft vergessen. Dabei haben es die anständigen Menschen hier verdient.“

Von der Regierung übersehen zu werden, darüber kann sich Friedlands Bürgermeister Andreas Friedrichs (SPD) gerade nicht beklagen. Mit einer Umarmung bedankte er sich bei CDU-Mann Fritz Güntzler, der ihm am Freitag zehn Millionen Euro Bundesförderung für das Museum Friedland hatte verkünden können. Für einen SPD-Mann sei die Umarmung „überraschend innig“ gewesen, kommentierte Güntzler.

Innig vereint, geradezu synchron Seite an Seite, schöpften auch Rainer Hald (Sparkasse) und Markus Bludau (Volksbank) aus dem vollen Suppentopf. Ein Heimspiel hatte Birgit Sterr (SPD), Grones Ortsbürgermeisterin. Und Dechant Wigbert Schwarze („Ich bin Eichsfelder, ich esse alles.“) musste beichten, dass es erst am Freitagabend Grünkohl, jetzt schon wieder Erbsensuppe gab.

Kulinarisch wurde Friedlands Bürgermeister Friedrichs dann noch auf den Zahn gefühlt. Wenn man gut essen gehen möchte, müsse man wohl nach Friedland kommen, fragte ihn Andreas Gruber. Friedrichs: „Ja, aber Erbsensuppe isst man im Kaufpark.“ Haben die Friedländer Sterne-, Hauben- und Rippchenköche Erbsensuppe eigentlich auf der Speisekarte?

ck

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