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Protestcamp für Kobane am Göttinger Gänseliesel

Demonstration nach IS-Vormarsch Protestcamp für Kobane am Göttinger Gänseliesel

Nach einer Demonstration gegen den Vormarsch der islamistischen Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) auf die syrische Grenzstadt Kobane haben rund 60 Demonstranten in der Nacht zu Dienstag auf dem Göttinger Markt am Gänseliesel ein Protestcamp errichtet.

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In der Nacht zu Dienstag: Protestcamp am Gänseliesel mit rund 60 Bewohnern.

Quelle: Brakemeier

Göttingen. Sie wollen auf die Situation in der umkämpften Stadt an der Grenze zur Türkei aufmerksam machen und solidarisieren sich mit den kurdischen Kämpfern, die sich den Islamisten entgegenstellen.

"Die Weltöffentlichkeit darf nicht wegschauen", sagte Matihs Kappel. Gleichzeitig fordern sie, dass jegliche Zusammenarbeit mit dem IS gestoppt wird und Waffenlieferungen an die Miliz aufhören. Kappel appellierte an die Politiker aller Parteien, Druck auf ihre Abgeordneten im Bundestag auszuüben. "Wenn Menschen gerettet werden sollen, dann jetzt", sagte er. Zudem setzten sich die Demonstranten für die Aufhebung des Verbots der kurdischen PKK ein.

Das Camp wurde gegen 1 Uhr nach einer Demo errichtet, an der zuvor nach Angaben der Organsisatoren zwischen 300 bis 400 Personen teilnahmen. Beteiligt waren mehrere linke Gruppen, Migranten-Organsiationen und viele Kurden, die zum Teil Angehörige in der belagerten Stadt haben. Sie befürchten durch die begonnenen Straßenkämpfe viele Opfer unter der Zivilbevölkerung von Kobane.

Als gegen 22 Uhr die ersten Meldungen vom Einmarsch der IS-Miliz eintrafen, mobilisierten die Demo-Organisatoren die mehreren hundert Teilnehmer innerhalb einer Stunde. Auch in anderen deutschen Städten kam es zu Demonstrationen.

Polizei lässt Camp gewähren

Das Camp besteht derzeit aus sechs Zelten. Um eine Feuertonne versammelten sich in der Nacht die Campbewohner und Sympathisanten zu kurdischer Musik. Das Gänseliesel war mit Transparenten und einer Fahne der PKK behängt. Die Campbewohner richten sich, je nach Lage in Kobane, auf einen längeren Aufenthalt ein.

Die Polizei hielt sich mit ihren Einsatzkräften in der Innenstadt im Hintergrund und ließ die Demonstranten das Camp errichten. Weitere Polizeikräfte standen an den Göttinger Parteizentralen von SPD und CDU bereit.

Gegen 10 Uhr heißt es von der Stadt, das Camp solle bis 11 Uhr aufgelöst werden, da andere Nutzungen angemeldet seien. Welche, sagte die Stadt nicht. Die Spontandemo wurde derweil von Demonstranten angezeigt.

11 Uhr: Entgegen der ursprünglichen Aussage das Camp bis 11 Uhr auflösen zu wollen, lassen Stadt und Polizei das Camp zunächst gewähren.

Dieser Artikel wurde aktualisiert

Foto: Das Protescamp für Kobane am Gänseliesel am Morgen gegen 11 Uhr.
Das Protescamp heute Morgen gegen 11 Uhr.
Quelle: Brakemeier
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