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Prozess: Sprengung eines Geldautomaten vor Göttinger Landgericht

Batterie zu schwach für Explosion Prozess: Sprengung eines Geldautomaten vor Göttinger Landgericht

Der Prozess vor dem Göttinger Landgericht gegen zwei Polen wegen der versuchten Sprengung eines Geldautomaten ist fortgesetzt worden. Einer ist ein Gewohnheitsverbrecher, der andere wohl nur ein Mitläufer, kam in der Verhandlung am Mittwoch heraus. Beide sind geständig, geben aber an, sich die Tat spontan ausgedacht zu haben.

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Der Prozess vor dem Göttinger Landgericht gegen zwei Polen wegen der versuchten Sprengung eines Geldautomaten ist fortgesetzt worden.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen/Dasse. Geknallt hätte es in der Volksbank-Filiale in Lüthorst, einem kleinen Dorf bei Dassel, auf keinen Fall. Dies zum einen, weil die Polizei die beiden schon stundenlang beobachtet hatte und rechtzeitig zugriff; zum anderen, weil die Sprengvorrichtung einen schweren Mangel hatte.

Zwar sei die Konstruktion „profihaft“ gewesen, sagte der Gutachter, „amateurhaft“ hingegen die Ausführung. Die Batterie, die zur Elektrozündung des in den Automaten geleiteten Butan-Sauerstoffgemischs dienen sollte, hatte wegen eines von außen nicht sichtbaren Fehlers kaum Spannung. Und getestet hatten die beiden 35 und 27 Jahre alten Täter die Batterie offenbar nicht.

Erörtert wurden am Mittwoch auch die Vorstrafenregister der beiden Männer. Dies fiel länger aus, weil der ältere Angeklagte in deutschen Gerichtssälen Dauergast war und bereits vier Haftstrafen hinter sich hat. 1999 war der damals 20-Jährige in den Zigarettenschmuggel eingestiegen. Es folgten mehrfache Fälle von Menschenschmuggel, Hehlerei und Autodiebstähle. Auch der psychiatrische Gutachter geht davon aus, dass der meist beschäftigungslose Mann daraus seinen Lebensunterhalt bestritt.

Der war auch deshalb aufwendig, weil der Mann schwer spielsüchtig war. So verzockte er in einer Spanne von zehn Wochen etwa 20000 bis 40000 Euro – so genau weiß der heute 37-Jährige das nicht mehr. Weiterer Kostenfaktor: seine Drogensucht. Zuletzt konsumierte der Mann massenhaft die unberechenbare Psycho-Droge Crystal Meth; dies auch in der Tatnacht auf dem Weg nach Lüthorst.

Die Vorstrafenliste seines Mittäters fällt übersichtlicher aus. Bislang wurde dem 27-Jährigen nur der Diebstahl eines Audi RS4 nachgewiesen. Das Auto hatte er 2013 zusammen mit seinem Mitangeklagten in Berlin gestohlen.

Außerdem hörte das Gericht am Mittwoch vier an Verfolgung und Festnahme der beiden Männer beteiligten Polizisten. Man habe das Duo bereits seit der Einreise nach Deutschland verfolgt und beobachtet, der Audi A5 der Polen sei verwanzt gewesen. Als die beiden schweres Gerät zur Sprengung des Automaten in die Volksbank geschleppt hatten, griff die Polizei zu. Die Männer flüchteten zwar, aber kamen nicht weit: der eine zwei, der andere zehn Meter. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

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