Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Prozess gegen Muttermörder in Göttingen ohne Öffentlichkeit

28-Jähriger ersticht und enthauptet Mutter mit Fleischermesser Prozess gegen Muttermörder in Göttingen ohne Öffentlichkeit

Mit einem Messerstich ins Herz und anschließender Enthauptung hat am 18. November vergangenen Jahres ein 28 Jahre alter psychisch kranker Göttinger in der elterlichen Wohnung in der Goßlerstraße seine Mutter getötet. Am Montag begann der Prozess gegen ihn hinter verschlossenen Türen. Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts schloss nach Verlesen der Anklage die Öffentlichkeit aus.

Voriger Artikel
Wohnungsbrand in Einbeck
Nächster Artikel
Neue Chance für Bahnhof Rosdorf

27-Jähriger aus Göttingen ersticht und enthauptet Mutter mit Fleischermesser.

Quelle: dpa

Göttingen. Das rechtfertigte das Gericht damit, dass der Angeklagte in die Psychiatrie eingewiesen werden soll, weil er zur Tatzeit mutmaßlich schuldunfähig oder zumindest eingeschränkt schuldfähig gewesen sei und schutzwürdige Interessen der Angehörigen zu bedenken seien.

Nach Auskunft eines Landgerichts-Sprechers hat der Angeklagte seine Tat am ersten Prozesstag nicht in Abrede gestellt, jedoch angegeben, er erinnere sich nicht an Einzelheiten. Sein Vater, der als Nebenkläger zugelassen ist, sowie seine beiden Brüder machen von ihrem Recht gebrauch, die Aussage zu verweigern.

Der 28-Jährige war noch in der Nacht nach der Tat vor einem psychiatrischen Krankenhaus, in dem er bereits längere Zeit behandelt wurde, festgenommen und vorübergehend in die Psychiatrie eingewiesen worden. Auch zur Tatzeit soll er laut einem vorläufigen Gutachten an einer akuten Schizophrenie gelitten haben.

Das bestätigte am ersten Prozesstag der vom Gericht eingesetzte Psychiater Prof. Jürgen Müller, dem gegenüber der Angeklagte offenbar auch Angaben zur Tat gemacht hatte. Die Staatsanwaltschaft strebt nun die dauerhafte Unterbringung des Mannes an, weil er für die Allgemeinheit gefährlich sei.

Der Vater des Angeklagten hatte die Bluttat am Spätnachmittag entdeckt, als der Sohn bereits vom Tatort geflohen war. Der junge Mann soll auch den Hund der Familie getötet und ebenfalls enthauptet haben, was aber keinen Eingang in die Anklageschrift fand.

Angeklagt ist Totschlag. Der damals noch 27-Jährige soll sich, als er mit seiner Mutter allein in der Wohnung in der Goßlerstraße war, ein 37 Zentimeter langes Fleischermesser geholt und dieses seiner Mutter in die Brust gerammt haben. Der sterbenden 48-Jährigen trennte der Sohn danach den Kopf vom Rumpf.

Verteidiger Johannes Mann hatte zu Prozessbeginn angekündigt, dass sein Mandant zwar Aussagen zu seiner Person, nicht aber zu der vorgeworfenen Tat machen wolle. Hinter verschlossenen Türen ist es dann aber offenbar doch zu einigen Angaben zur Tat gekommen.

 Am Montag wurde lediglich noch ein Polizist gehört, der zuerst am Tatort war. Das Urteil wird frühestens Anfang Juli erwartet.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Das Tanz-Team des TSC-Schwarz-Gold Göttingen