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Abrechnungsbetrug mit präparierten Containern

270.000 Euro Schaden Abrechnungsbetrug mit präparierten Containern

Wegen Abrechnungsbetrügereien müssen sich seit Mittwoch zwei Betreiber einer Metallhandelsfirma aus dem Kreis Harburg vor dem Landgericht Göttingen verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, mithilfe manipulierter Container ein Unternehmen aus dem Kreis Göttingen um mehr als 270.000 Euro betrogen zu haben.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen/Harburg. Die Staatsanwaltschaft hat einen 52-jährigen Mann und dessen 46-jährige ehemalige Lebensgefährtin wegen gewerbsmäßigen Betruges in 74 Fällen angeklagt.

Die Ermittler waren den Betrügereien durch die Strafanzeige des geschädigten Gewerbebetriebs auf die Spur gekommen. Das Unternehmen hatte regelmäßig die Firma aus dem Landkreis Harburg mit der Abholung von Altmetallen von seinen Standorten in Südniedersachsen und Nordhessen beauftragt. Nach einigen Jahren kam der Verdacht auf, dass die Metallhandelsfirma deutlich mehr Schrott abtransportierte, als sie mit ihrem Auftraggeber abrechnete.

Die Polizei stieß dann bei Durchsuchungen auf zwei präparierte Container, in deren Boden jeweils eine schwere Stahlplatte eingeschweißt war. Eine dieser Stahlplatten wog rund 1,7 Tonnen, die andere mehr als zwei Tonnen. Der Trick dabei: Normalerweise wird ein Lkw nur beim ersten Einsatz im Leerzustand gewogen. Danach wird der Lastwagen nur noch im beladenen Zustand gewogen, wenn er das Gelände wieder verlässt. Aus der Differenz zu dem einmalig ermittelten Leergewicht ergibt sich, wie viel Altmetall der Lkw geladen hat.

Die Angeklagten sollen die präparierten Container immer dann auf ihren Lkw und den mitgeführten Anhänger geladen haben, wenn sie erstmals zu einem Betriebsstandort ihres Auftraggebers fuhren. Bei den weiteren Abtransporten sollen sie dann jeweils „normalgewichtige“ Container verwendet haben. Da beim ersten Wiegen ein deutlich höheres Leergewicht gespeichert worden war, wurde die Ladung dieser Container stets zu niedrig berechnet. Insgesamt soll die Metallhandelsfirma fast 1200 Tonnen Altmetall zu wenig abgerechnet haben.

Zu Beginn des Prozesses verlas der Verteidiger der 46-jährigen im Namen seiner Mandantin eine schriftliche Erklärung, in der sie die Vorwürfe zurückwies. Sie habe von betrügerischen Machenschaften nichts gewusst und hätte diese auch nicht mitgetragen. Ihr mitangeklagter ehemaliger Lebensgefährte sitzt seit Anfang des Monats wegen Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft in der JVA Rosdorf. Er soll nach Angaben eines Justizsprechers versucht haben, Zeugen zu beeinflussen. nie

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