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Sex-Überfall bei Partyveranstaltung

Prozess in Göttingen Sex-Überfall bei Partyveranstaltung

Im Prozess gegen einen 24-jährigen Physik-Studenten aus Varel haben die Verfahrensbeteiligten am Mittwoch vor dem Landgericht Göttingen ihre Plädoyers gehalten. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat sich der Angeklagte der sexuellen Nötigung und der gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Der 24-Jährige habe im vergangenen September bei einer Party in der Nähe des Göttinger Klinikums eine Studentin von hinten am Hals gepackt, gewürgt, zu Boden gerissen und gezwungen, sexuelle Handlungen zu erdulden. Die Studentin habe dadurch körperliche und erhebliche psychische Schäden erlitten. Die Staatsanwältin forderte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollte.

Die Verteidigung plädierte auf eine niedrigere Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Der Angeklagte habe eine „schreckliche Tat“ begangen und damit „zwei junge Leben zerstört“, sagte Rechtsanwalt Jens Beeck. Sein Mandant leide selbst unter dieser Tat.

Zuvor hatte Rechtsanwalt Steffen Hörning als Nebenklagevertreter die massiven psychischen Folgen geschildert, unter denen die Studentin seit der Tat zu leiden hat. Die 28-Jährige lebe in ständiger Angst und traue sich abends nicht mehr ohne Begleitung aus dem Haus. Auch bei ihrer Arbeit sei sie stark beeinträchtigt. Seine Mandantin habe bei dem Überfall Todesangst ausgestanden. Es sei im Prozess unklar geblieben, was den bislang unbescholtenen Angeklagten zu der Tat getrieben habe. Diese Ungewissheit hinterlasse bei ihm ein „Scheiß-Bauchgefühl“, sagte Hörning. „Irgendetwas ist da, was bearbeitet werden muss.“

Laut dem Gutachten eines psychiatrischen Sachverständigen liegt bei dem Angeklagten weder eine Persönlichkeitsstörung noch eine psychiatrische Erkrankung vor. Der 24-Jährige sei zur Tatzeit durch massiven Alkoholgenuss in seiner Steuerungsfähigkeit erheblich beeinträchtigt gewesen. Er habe aber gewusst, dass das, was er tat, verboten war. Der Angeklagte selbst sagte in seinem Schlusswort, dass er sich dafür schäme, an dem Abend die Kontrolle über sich verloren zu haben. Er wisse, dass er das nicht wieder gut machen könne. nie

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10.000 Euro Sicherheit für Haftverschonung

Der 24-jährige Student, der sich wegen schwerer sexueller Nötigung und gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht Göttingen verantworten muss, ist wieder auf freiem Fuß. Seine Familie trieb am Mittwoch 10000 Euro als Sicherheitsleistung auf.

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