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Prozess um Mordversuch mit Quecksilber und Blei in Bovenden

Vor Gericht Prozess um Mordversuch mit Quecksilber und Blei in Bovenden

Das Schwurgericht hat den Prozess um versuchten Mord mit Blei und Quecksilber terminiert. Vom Freitag kommender Woche an soll an insgesamt neun Verhandlungstagen gegen einen 44 Jahre alten Immobilienkaufmann aus der Gemeinde Bovenden verhandelt werden. Er ist verdächtig, seine in Scheidung lebende Ehefrau durch das Ausbringen von Quecksilber in deren Wohnhaus und Auto sowie durch Bleiacetat in Getränken so schwer geschädigt zu haben, dass die Frau den Mordanschlag nur durch Glück überlebte.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen/Bovenden. Inzwischen bestätigt die Staatsanwaltschaft auf Tageblatt-Anfrage auch, dass es noch drei weitere Geschädigte des 44-Jährigen gibt. Diese zogen sich Beeinträchtigungen durch die ausgebrachten Schwermetalle in dem Wohnhaus des Hauptopfers zu. Dabei handelt es sich um die Mutter, um einen Freund sowie einen Bekannten der Ehefrau, die sich zeitweise in Haus oder Auto der Geschädigten aufhielten und durch das Schwermetall ebenfalls kontaminiert wurden. Die Ermittlungsbehörde, so Sprecher Michael Laue, habe diese drei Fälle der gefährlichen Körperverletzung allerdings im Hinblick auf die zu erwartende hohe Strafe im Verfahren wegen versuchten Mordes eingestellt, zumal es keine massiven Gesundheitsschäden bei den weiteren Opfern gebe.

 
Das Schwurgericht hat den ersten Verhandlungstag für 12. Juni terminiert, weil sich der Angeklagte bereits seit knapp sechs Monaten in Untersuchungshaft befindet. Fortsetzungstermine sind im Juli und August. In der Anklage geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass sich der zuletzt in Kassel lebende 44-Jährige durch den Mord an seiner Frau den Zahlungsverpflichtungen im Rahmen des Zugewinnausgleichs habe entziehen wollen. Er habe Quecksilber in verschiedenen Heizquellen des von seiner Frau bewohnten Hauses (Heizkörper, Ventilator, Backofen, Toaster) ausgebracht. Das Gift war verdampft und führte dazu, dass das Einfamilienhaushaus dauerhaft unbewohnbar ist. Überlebt habe die Frau nur, so die Anklageschrift, weil sie im Tatzeitraum (Mai bis Oktober 2014) nicht durchgängig zu Hause gewohnt habe, sich zwischenzeitlich in Krankenhäusern und Rehaeinrichtungen sowie einer anderen Wohnung befand und schließlich im Oktober zufällig selbst entdeckte, dass sich in ihrem Backofen Quecksilberkügelchen befinden.

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