Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Prozess um Stalking-Attacken

Landgericht Göttingen Prozess um Stalking-Attacken

Im Prozess um die gewalttätigen Stalking-Attacken eines 30-jährigen Mannes aus Göttingen gegen seine Ex-Freundin hat das Landgericht am Mittwoch den neuen Lebensgefährten der 27-Jährigen vernommen. Beide haben vor kurzem geheiratet.

Voriger Artikel
Modellbörse mit Sonderthema in Weende
Nächster Artikel
Sperrungen wegen Fällarbeiten
Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Nach Angaben des Zeugen war auch er von den mutmaßlichen Stalking-Aktivitäten des Angeklagten betroffen gewesen. Nachdem sich die 27-Jährige von ihrem langjährigen Freund getrennt hatte und zu ihm gezogen war, habe er den Firmenwagen des 30-Jährigen an seinem Wohnort gesichtet, berichtete er.

Rucksack von der Terrasse gestohlen

Er habe dann eine Videokamera montiert, um sein Grundstück überwachen zu können. Am nächsten Morgen habe er entdeckt, dass jemand das Anschlusskabel zerschnitten und eine Yucca-Palme geköpft hatte. Auch ein auf der Terrasse abgestellter Kinderrucksack sei verschwunden gewesen.

Einmal sei ihnen der Angeklagte mit dem Auto gefolgt, als sie zu Fuß unterwegs waren, und habe ihnen durch die geöffnete Seitenscheibe den Stinkefinger gezeigt, berichtete der Zeuge. Der Angeklagte habe außerdem versucht, seine jetzige Schwiegermutter gegen ihn aufzubringen. Nachdem die 27-Jährige aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen war, habe der Angeklagte ihrer Mutter gesagt, dass er ein stadtbekannter Drogendealer sei und ihre Tochter entführt habe. Die 27-Jährige habe nach ihrem Auszug mehrere Monate lang ständig Drohnachrichten erhalten. Nach seiner Verhaftung habe dies schlagartig aufgehört.

Stein von der Böschung geworfen

Der 30-Jährige muss sich in dem Prozess unter anderem wegen versuchten Mordes verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Anfang November 2015 einen fast zehn Kilo schweren Stein von einer 3,50 Meter hohen Böschung auf einen Parkplatz heruntergeworfen haben, wo seine Ex-Freundin gerade einparkte. Einige Wochen zuvor soll er sie in der Wohnung eingesperrt, im Schlafzimmer mit Kabeln gefesselt und am Bett festgebunden haben. Später soll er sie wochenlang massiv bedrängt, verfolgt und bedroht haben. Das Gericht hat Prozesstermine bis Ende November angesetzt.

Von Heidi Niemann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Bilder der Woche vom 3. bis 9. Dezember