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„Ich habe sie ja irgendwo geliebt“

Prozess um versuchten Totschlag in Northeim „Ich habe sie ja irgendwo geliebt“

Ein 39-jähriger Mann aus Northeim muss sich seit Freitag wegen versuchten Totschlages und anderer Gewaltdelikte vor dem Landgericht Göttingen verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, im Mai dieses Jahres mit einem Messer auf eine 42-jährige Frau eingestochen zu haben, um diese zu töten.

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Quelle: dpa

Göttingen/Northeim. Nachdem diese zu Boden gegangen war, habe er ihr mit dem Fuß ins Gesicht getreten. Am Tag zuvor soll der Angeklagte einem auf einem Stuhl sitzenden Bekannten ein Messer an den Hals gehalten und eine angedeutete Schnittbewegung von links nach rechts gemacht haben.

Der 39-Jährige war nach der Messerattacke zunächst geflüchtet. Eine Zeugin hatte damals die schwer verletzte Frau auf dem Gehsteig liegen sehen und die Rettungskräfte verständigt. Eine rechtsmedizinische Untersuchung ergab, dass das Opfer fünf Stich- und Schnittverletzungen erlitten hatte. Zwei Stiche waren acht Zentimeter tief in die Bauchhöhle eingedrungen.

Trotz ihrer schweren Verletzungen konnte die 42-Jährige der Polizei noch am Tatort erste Hinweise auf den Täter geben. Wenige Stunden später rammte ein Sondereinsatzkommando der Polizei die Wohnungstür des 39-Jährigen in der Northeimer Innenstadt ein und nahm ihn fest. Der Angeklagte kam danach in Untersuchungshaft und sitzt derzeit in der JVA Rosdorf ein.

Eine rechtsmedizinische Untersuchung ergab, dass das Opfer fünf Stich- und Schnittverletzungen erlitten hatte.

Zu Beginn des Prozesses räumte der 39-Jährige die Tat weitgehend ein. Seinen Angaben zufolge hatte er die 42-Jährige 2002 beim „Tag der Niedersachsen“ in Northeim kennengelernt. Anfangs sei es „Liebe oder sowas “ gewesen. Beiden gemeinsam war eine langjährige Drogenkarriere. Er habe ihr dann regelmäßig in Göttingen Drogen besorgt, sagte der Angeklagte. Später sei die „Liebe dann weggegangen“. Sex habe es nur noch gegen Bezahlung gegeben, 100 Euro pro Nacht habe er ihr zahlen müssen. Zwei Wochen vor der Tat habe sie ihm mehr als 6000 Euro entwendet, die er in seiner Wohnung deponiert gehabt habe.

Am Tattag sei ihr Sohn gemeinsam mit einem Freund bei ihm aufgetaucht und habe ihn aufgefordert, seine Mutter in Ruhe zu lassen. Er sei dann zu einem Kiosk gefahren, an dem sich die Northeimer Trinkerszene treffe, um mit der 42-Jährigen zu reden. Diese habe das aber abgelehnt und ihn ausgelacht. Daraufhin sei er zu ihrem Wohnhaus geradelt und habe auf sie gewartet. Als sie dort später in Begleitung eines Freundes erschien, sei er auf sie zugegangen und habe ihr zweimal in den Bauch gestochen. „Ich wollte sie nicht umbringen, sondern ihr nur einen Denkzettel verpassen. Ich habe diese Frau ja irgendwo geliebt“, sagte er. Der Prozess wird in der kommenden Woche fortgesetzt. pid

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