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Prozess wegen Kindesmissbrauchs

Jugendschutzkammer des Landgerichts Prozess wegen Kindesmissbrauchs

Ein Martyrium – selbst noch für die, die sich nur als Zuhörer im Gerichtssaal eine Stunde lang detailliert anhören mussten, was der 44 Jahre alte Patenonkel mehr als fünf Jahre lang seiner damals fünf bis elf Jahre alten Großnichte angetan hat.

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Quelle: dpa

Göttingen. Er hat das Kind missbraucht, sexuell genötigt, vergewaltigt, es gequält und körperlich schwer misshandelt, es dabei fast erstickt – und das alles auch noch gefilmt.

Am Donnerstag, 30. August, begann vor der Jugendschutzkammer des Landgerichts der Prozess gegen den 44 Jahre alten Maler und Lackierer. Für viele der 30 Taten drohen einzeln schon mindestens fünf Jahre Gefängnis. Dabei sind längst nicht alle Fälle angeklagt, die auf unzähligen Stunden Film zu sehen sind. Die Filme wurden, nachdem sich das inzwischen elfjährige Mädchen den Eltern anvertraut hatte, im April in seiner Wohnung in einem Göttinger Stadtteil sichergestellt.

Immerhin besteht Hoffnung, dass das Kind in dem Prozess nicht wird aussagen müssen. Der Angeklagte hat unter Aussschluss der Öffentlichkeit gestanden. Weil er auf den Filmen klar erkennbar ist, wäre ein Leugnen auch zwecklos. Das Gesicht des Mädchens hingegen hatte er oft mit Kissen verdeckt. Hinweise, dass die Filme im Internet verbreitet wurden, gibt es aber laut Staatsanwaltschaft nicht. Das Abdecken und wiederkehrendes Würgen des Kindes während der Taten weisen vielmehr auf perverse Sexualpraktiken hin.

Einzelne Szenen, so die Anklage, seien pornografischen Gewalt- und Horrorfilmen nachgestellt. Dabei hatte sich die Intensität von Gewalt und Missbrauch seit dem sechsten Lebensjahr des Kindes immer mehr gesteigert. Bis zu 45 Minuten dauerte in einzelnen Fällen das Martyrium des Kindes, das danach dafür Süßigkeiten oder Geld bekam. Der Prozess wird fortgesetzt.

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