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23-Jähriger gesteht Messerattacke

Prozess wegen gemeinschaftlichen Totschlags 23-Jähriger gesteht Messerattacke

"Ich bereue die Tat aus tiefstem Herzen." Mit einem Geständnis startete am Mittwoch der Prozess wegen gemeinschaftlichen Totschlags vor dem Göttinger Landgericht. Dem Hauptangeklagten wird vorgeworfen, einem Mann ein Küchenmesser in die Brust gerammt zu haben.

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Ein Prozess um einen tödlichen Messerstich ins Herz hat am Mittwoch vor dem Landgericht Göttingen begonnen.

Quelle: DPA

Göttingen. Am 18. Juli gegen 22.30 Uhr geht ein Notruf bei der Polizei ein. "Ich brauche Hilfe", brüllte ein Mann in gebrochenem Deutsch in den Hörer. Vier Männer würden ihn verfolgen, sagt er. Andere Passagen des Telefonats sind nur schwer verständlich. Es ist der 23-jährige Angeklagte, der hier um Hilfe ruft. Sechs Stunden später steht er mit einem blutigen Messer in der Hand in der Polizeiwache. Er hat kurz zuvor in der Barfüßerstraße einen Mann niedergestochen. Das Opfer stirbt wenig später an seinen Verletzungen.

"Ich hatte nie die Absicht ihn zu töten." Fast gebetsmühlenartig wiederholt der Angeklagte diesen Satz während der Verhandlung. Er habe in dieser Nacht fürchterliche Angst gehabt, viel Alkohol und Drogen konsumiert. Der kleine und schmächtige Mann schildert die Ereignisse des Tattages ausführlich, der Dolmetscher übersetzt minutiös seine Ausführungen von Tigrinya ins Deutsche. Nur an die Sekunde, als er zugestochen hat, erinnert er sich nicht. Das Blut an einem Messer fällt ihm erst später auf.

Bis es soweit gekommen war, hatte der Angeklagte an diesem Tag nach eigenen Angaben mehrere Male Schläge bezogen und eine Todesdrohungen erhalten. Bereits am Mittag waren Täter und Opfer vor der Tür eines Apartementhauses in der Groner Landstraße aneinandergeraten. Man kennt sich von kleineren Drogengeschäften. An diesem Tag habe er das Angebot abgelehnt - kein Geld. Es kommt zur Rangelei, er droht mit der Polizei.

Als er später aus der Stadt zurückkehrt, fängt ihn sein Freund am Bahnhof ab. "Geh nicht zurück, die wollen dich umbringen." Vier Männer hätten nach ihm gesucht. Trotz der Todesdrohung kehrt der Angeklagte an diesem Abend noch einmal in die Groner Landstraße zurück, telefoniert von hier aus mit der Polizei und holt ein Messer aus der Küche. Zur Abschreckung, sagt er. Nachts treffen sich Täter und Opfer dann in einer Innenstadtkneipe wieder. Der Streit geht weiter. Erst als er seinen Widersacher nicht mehr sehen kann, traut er sich auf die Straße. Was dort dann wirklich passiert ist und welche Rolle der Mitangeklagte dabei gespielt hat, soll das weitere Verfahren zeigen. Die Verhandlung wird am Freitag, 13. Januar, 9 Uhr fortgesetzt.

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